Borderline wie alles begann
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ᐅ Borderline wie alles begann

Borderline wie alles begann

Borderline Wie alles begann
Meine Lebensgeschichte 


VORWORT 
Alle in diesem Buch geschilderten Handlungen sind wahr nur die Namen sind frei erfunden. ÄHNLICHKEITEN zu lebenden und verstorbenen Personen sind nicht absichtlich . Dieses Buch handelt von meinem Leben ( ich gehe aus Eigenschutz nicht immer ins Detail ) und wie es ist ein Borderliner zu sein .Es erzählt von meinem Gefühlschaos, von dem ständigen "Auf und Ab" ,von dem Schwarzweiß-Denken, und von der Instabilität meines Lebens. Diese Störung ist Fluch und Segen zugleich. So unglücklich man oft ist, so kreativ und gefühlvoll kann man auch sein.

Es ist wohl am interessantesten sich erstmal zu fragen " Warum schreibe ich ein Buch ? "- Wo es doch schon soviel Andere gibt, die ihre Geschichte zu Papier bringen. 
Nun ja ,ich denke in meinem Fall gibt es mehrere Gründe. Zum einen, weil es mir die Möglichkeit gibt ,mein Schicksal in einem anderen Licht zusehen . Ja, vielleicht kann ich es ,wenn ich es schwarz auf weiß sehe ,besser vertragen und verarbeiten. Zum anderen kann ich den Borderline-Patienten da draußen Mut machen und zeigen ,dass sie nicht alleine sind. Dass man das Leben trotz dieser Krankheit schaffen kann. Ferner möchte ich Angehörigen und Freunden Tipps geben, wie man mit Uns umgehen sollte und Vorurteile aus dem Weg räumen. 

 


Mein Leben 

Meine Geschichte beginnt im Jahre 1974 mit meiner Geburt, recht unspektakulär wie jede andere auch . Ich wuchs im sozialen Brennpunkt von Berlin auf . Zunächst freuten sich meine Eltern auf mich. Mein Vater war Alkoholiker. Eines Tages als er mal wieder um die Häuser zog , vergaß er mich in einer Kneipe. Die Wirtin rief die Polizei und ich kam erstmal in ein Heim. Ein paar Tage später holte meine Mutter mich wieder raus. Im September 1975  starb mein Vater an den Folgen seiner Alkohol - und Medikamenten Sucht . Hoffnungslos überfordert mit zwei kleinen Kindern zog meine Mutter , mit meinem großen Bruder und mir zu ihrer Mutter . Eigentlich war meine Welt in Ordnung. Bis ich Anfang  1976 schwer krank wurde , Meningitis . Ich lag sechs Wochen auf der Intensivstation . Seitdem war alles anders , meine Mutter klammerte sich sehr an mich , weil sie Angst hatte mich auch noch zu verlieren .  Diese Zuneigung und Aufmerksamkeit gefiel mir so gut , das ich nun anfing immer zu schreien , wenn ich keine Aufmerksamkeit bekam. 

Bis zu dem Urlaub 1978 mit meiner Großmutter, meiner Tante und meinem Bruder auf Mallorca . Es war ein schöner Urlaub , bis zu diesem einen Augenblick. Wir waren am Swimmingpool, mein Bruder schwamm ein paar Bahnen . Ich spielte am Beckenrand ganz wild und zappelig , wie ich war. Irgendwann verlor ich das Gleichgewicht und fiel ins Wasser, dem ertrinken nahe . Doch was war das , keiner meiner Familie zog mich aus dem Pool . Es musste tatsächlich ein fremder Mann mich retten . Ich hatte das Gefühl ich bin Dreck in Omas Augen. Voller Angst und entsetzen beschloss ich erstmal keinen an mich ran zu lassen. Den ganzen restlichen Urlaub hielt ich den Mund. 
Wieder Zuhause spürte ich natürlich wieder die Nähe und Wärme meiner Mutter , aber auch Zurückweisung , da sie ein absoluter Workaholic war . Mit aller Macht  versuchte ich diese Nähe und Wärme , tagsüber von meiner Großmutter zubekommen , wenn das nicht klappte , schrie ich immer öfter und immer lauter . Die Jahre vergingen und ich kam in die Schule. Für mich war es normal ohne Vater aufzuwachsen.  Aber als ich sah wie die anderen Kinder von ihren Vätern abgeholt wurden, nahm ich all meinen Mut zusammen und fragte meine Mutter wieso ich keinen Vater habe, sie meinte er wäre tot. Ich verstand dass nicht. Aber warum war er tot ? Ich bekam keine Antwort auf meine Fragen.  In der Schule wurde ich dann auch noch gehänselt wegen Kleinigkeiten, so wie es unter Kindern normal ist. Mit der Zeit wurde das immer schlimmer. Jetzt schrie ich am Tag und in der Nacht . Eines Tages hab ich es dann wohl geschafft, meine Großmutter zur Weißglut zu bringen , sie schlug mich zum ersten Mal . In ihren Augen spiegelte sich soviel Enttäuschung , doch egal was ich zu sagen hatte , meine Meinung war ihr gleichgültig . Denn ich war ja nur das kleine Mädchen ,was nichts konnte. Immer häufiger schlug sie mich . Zwischen meiner Mutter und meiner Oma gab es nur Streit . So beschloss meine Mutter irgendwann auszuziehen . Sie hatte eigene Probleme , war Magersüchtig und  konnte deshalb nicht beide Kinder mitnehmen. Da sie sich nicht entscheiden wollte oder konnte, überließ Sie meinem Bruder  (12) und mir (8) die Entscheidung. Wir wollten zusammen bleiben , wir liebten uns so sehr . Doch das ging ja nicht , wir mussten uns trennen , ob wir wollten oder nicht . Mein Bruder ergriff die Initiative und sagte , er bleibt bei Oma und ich sollte zu unserer Mutter.  
So zogen meine Mutter und ich , in eine 1 - Zimmer Wohnung . Wir hatten nicht viel , ein Schlafsessel , ein Wecker und ein Fernseher. Von nun an war ich tagsüber auf mich allein gestellt , meine Mutter musste ja Geld verdienen.  Sie lag mir jeden Tag fünf Mark hin , damit ich über den Tag kam . Einen Kühlschrank gab es bei uns nicht . So komisch es klingt aber "Es wurde auch nie gekocht".  Ich musste  früh erwachsen werden und mein Leben selber in die Hand nehmen . Fremde Männer kamen in die Wohnung, warum habe ich nicht verstanden . Sie blieben eine kurze Weile um dann ohne ein Wort zu verschwinden . 
Zu dieser Zeit begannen auch meine ersten Halluzinationen ,diese innere Unruhe , diese Stimmen in meinem Kopf , wobei ich damals noch keine Ahnung hatte, was das genau war, was ich dort gesehen und gehört habe .Ich fühlte mich den ganzen Tag verfolgt, hatte Angst das die Dämonen ,die ich sah und hörte, mir meine Mutter wegnehmen. 
Weihnachten 1982. Meine Oma rief an , ich sollte zu ihr kommen . Eigentlich dachte ich, ich könne mir mein Weihnachtsgeschenk abholen , aber nein so sollte es nicht kommen . Sie zeigte mir all die schönen Geschenke die mein Bruder bekam und sagte ich sei ein „Kind des Teufels“. Gewehrt habe ich mich nie. Dazu habe ich einfach zu sehr Panik gehabt .
Heulend ging ich zu meiner Mutter zurück . Ich verstand die Welt nicht mehr . 
Warum stößt sie mich weg, ich bin doch ihr eigen Fleisch und Blut ? Warum liebt sie meinen Bruder? Warum nicht mich? Seitdem Verbot meine Mutter mir zu meiner  Oma zu gehen. So naiv wie ich bin ging immer wieder hin . Auf der einen Seite hatte ich zwar Angst vor meiner Oma aber auf der anderen Seite habe ich immer wieder versucht, ihre Liebe zu gewinnen und da waren ja auch noch mein Bruder und meine Tante, die ich über alles liebte. Aber mit der Zeit veränderten auch Sie sich mir gegenüber.  Sie wurden immer abweisender . Bis Sie gar nicht mehr wollten das ich kam . Ich konnte und wollte das nicht akzeptieren . Sie müssen mich doch lieben . War ich den wirklich ein Monster , so wie Oma es sagte ? Nein, ich wollte es nicht glauben. Trotzdem ging ich  immer wieder hin, aber es gab nur Streit und Demütigungen .  Ich wurde rumgescheucht, so als hätte ich die Ehre der Familie verseucht.  Meine Oma fing immer wieder damit an, ich sei vom Teufel, ich hätte es verdient so behandelt zu werden . 
Warum tut ihr mir so weh, ich bin doch Teil dieser Familie . 
Ich floh in meine eigene Welt ,verzog mich in Tagträume wo es keine Probleme gab und wo sich alle liebten .
Das veränderte mich so stark, das ich in der Schule nicht mehr mit kam .  Das merkten natürlich auch die Mitschülerinnen und Mitschüler .
Fortan war ich wieder das Opfer , diesmal sollte es aber schlimmer werden, neben den Beleidigungen und Beschimpfungen gab es Drohungen oder Schläge, ich wurde mit nässen Schwämmen beworfen oder an den Haaren gezogen. Von den Jungs und auch von ein paar Mädchen wurde ich als "rollende tonne" bezeichnet, oder was auch immer ihnen in ihrem kindlichen Leichtsinn einfiel. Ich hatte zwar ein paar Freundinnen, aber so richtige waren das auch nicht. Sie nutzten mich wahrscheinlich nur aus - weil ich von den fremden Männern immer mit Spielsachen und Schokolade überhäuft wurde, weshalb auch immer.
Ich wusste damals nicht, das man sich Liebe nicht mit Spielsachen erkaufen kann, den ich verschenkte all das Spielzeug . Aber es half nichts . Höhepunkt dieses Foppens war ein Julkapgeschenk - zwei Tuben Zahnpasta -. Irgendwann kam eine Zeit wo ich einfach nicht mehr zur Schule wollte. 
Logische Folge: Isolation . Meine Mutter ging früh morgens aus dem Haus, merkte gar nicht , wenn ich nicht in der Schule war . Ich lief ziellos durch Berlin,  ging auf Spielplätze und glaubte auf voller Linie zu versagen. Ich fing an im Supermarkt zu klauen. Diesen kick brauchte ich, den ich hörte dabei mein Herz schlagen. Endlich spürte ich was. Einmal nicht versagen. 
Irgendwann, nach zahlreichen anrufen meiner Lehrerin, merkte meine Mutter doch das ich nicht zur Schule ging. Sie sagte, sie wolle mich nicht verlieren und das es im Heim alles andere als schön ist. Ich tat ihr den gefallen und ging wieder zur Schule , wo ich natürlich weiter das Mobbing Opfer war. Im Jahre 
1983 lernte ich einen Jungen (15) kennen, sein Name war Marco.  Er machte mich zu seinem Objekt und fasste mich an . Missbrauchte mich sexuell und folterte mich . Ich wollte nur noch weg . Ganz weit weg . Schaffte es aber nicht mich zu befreien .  Von dort an fühlte ich mich noch weniger als vorher . Ich nahm ein Feuerzeug und verletzte mich zum ersten mal selbst .  
Zur gleichen Zeit nahm meine Mutter nach langer Zeit wieder Kontakt  zu Ihren Großeltern auf . 
Es kamen immer noch fremde Männer in die Wohnung, nur langsam verstand ich wozu . Eines Tages klingelte es , meine Mutter war nicht Zuhause. Herr Müller stand vor der Tür , ich kannte ihn ,er war schon oft da . Er war nett , ich mochte ihn, deswegen ließ ich ihn rein und setzte mich auf sein Schoss. Plötzlich begann er mich zu streicheln und sagte er möchte das selbe mit mir machen ,wie mit meiner Mutter. Ich bekam Panik , sprang von seinem Schoss und verließ die Wohnung. Diesmal hatte ich es geschafft mich zu befreien . Trotzdem war dieses komische Gefühl wieder da , etwas falsch gemacht zu haben . Wieder irrte ich durch Berlin . Es war nach 18.00 Uhr , die Supermärkte hatten schon zu , so nahm ich wieder ein Feuerzeug und verletzte mich . 
Ein Jahr später folgte dann der nächste Schicksalsschlag , mein Uropa starb . Ich war den Tränen nah , doch ich musste stark sein, ich wollte nicht schwach wirken .  Nach der Beerdigung war meine Mutter am Boden zerstört und wollte sich vor die U-Bahn werfen . Mit Hilfe einer Passantin konnte ich sie davon abhalten . Seither hatte ich immer das Gefühl, meine Mutter beschützen zu müssen . 
Da meine Urgroßmutter Maria blind und hilflos war , half meine Mutter ihr ihre Wohnung sauber zu halten . Maria wollte aber viel lieber das meine Mutter mit ihr Wein trinkt . Da meine Mutter mal wieder keine Zeit hatte mit ihr zu trinken , setzte ich mich zu Maria , das war das erste mal das ich einen Vollrausch hatte. Von meiner Mutter kam keine Reaktion, für mich wurde Alkohol trinken normal , den es war eine sehr schwere Zeit. Ich stand enorm unter Druck, ich sollte es wie mein Bruder  auf das Gymnasium schaffen. Mein Weg war vorgeplant von Ihm, er spielte sich immer als Vater auf , dabei war er mein Bruder . 
Zum Schuldruck war ich immer noch der emotionalen Gewalt durch meine Oma ausgesetzt und dann war da ja auch noch meine Mutter auf die ich achten musste . Meine Anspannung der Trauer, Hilflosigkeit, Wut und Hass ging durch den Alkohol weg. Von nun an ging ich immer häufiger zu Maria. 
Noch immer war ich in  Marco ‘s Gewalt . Nun fast täglich . Warum kann ich es keinem sagen ? Ich will doch raus aus der Hölle . Warum hilft mir keiner ? Mein Sandkastenfreund Theo war immer dabei , warum sagt er nichts ? Bin ich ihm so wenig Wert ? Ich hasse ihn , aber ich brauche ihn doch so sehr , er ist doch der einzige der zu mir hält . Mein Unverständnis gegenüber seinem Verhalten schlug fortan in unbändige Wut um , die ich nicht mehr in den Griff bekam . Eines Tages, wir waren auf einem Spielplatz. Wo ein hölzerner Kletterturm stand . Theo kletterte auf den Turm . Ich blieb unten und sah wie er auf mich herab blickte . Im gleichen Augenblick entdeckte ich einen losen Pflasterstein , griff nach ihm und warf ihn Theo an den Kopf . Nun war meine Wut verflogen . Theo blutete stark , ich half ihm und versorgte seine Wunde . Er entschuldigte sich und wir vertrugen uns. Wochen später sollte es anders kommen , er beschuldigte mich, seinen Eltern Geld geklaut zu haben . Das war eine Lüge , ich war das nicht . Er war es selber und brauchte nur einen Sündenbock. Seine Eltern verboten ihm darauf hin den Kontakt zu mir. Wir hielten uns nicht dran und trafen uns heimlich , bis zu dem Zeitpunkt an dem Sabine seine neue Freundin in sein Leben trat . Der Kontakt zu Theo ging ganz in die Brüche und ich fiel in ein sehr tiefes Loch, ich gab mir die Schuld daran, ich redete mir ein ich sei hässlich und dumm . Fortan glaubte ich meiner Oma , ich hab alles verdient was mir bisher geschah , ich bin ein Monster vom Teufel geschaffen.
Ich fuhr mit dem Bus planlos durch Berlin , obwohl der Bus voll war , war ich doch alleine . Im Bus, wie sollte es auch anders sein , traf ich Marco . Er nahm mich mit zu sich nach Hause und meine Qualen gingen wieder los . Nachdem ausleben seiner sexuellen Fantasien , kam rein zufällig seine Mutter nach Hause und erwischte uns . Anschließend klärte sie mich auf. Irgendwas mit Bienen und Blumen . Als ob ich das brauchte , in mir stieg die Wut und ich schnauzte sie an . Sie sagte :" Es ist wohl besser wenn du jetzt gehst " . Das war das letzte mal das ich Marco sah . Ich war endlich frei . Unendlich glücklich ging ich nach Hause . Zwei Tage später verkündete meine Mutter mir ,dass wir umziehen werden . Ich bekam mein eigenes Zimmer und mein eigenes Bett . In mir stieg wieder diese Unbändige Wut auf . Ich dachte :“ Wieso stößt Sie mich weg? Warum darf ich nicht mehr bei Ihr schlafen ? Hat sie mich denn gar nicht mehr lieb.
Ziellos irrte ich wieder durch Berlin . Auf dem Spielplatz traf ich Thomas und seine Freunde . Ich kannte Thomas er war oft da . Wir ging zu viert zu mir nach Hause. In unserem Döner muss was drin gewesen sein, denn wir wurden schrecklich geil . Auch die beiden anderen Jungen haben mich befummelt, ich fand es total schön , das erste mal gewollter Sex . Meine Anspannung der Zurückweisung war weg . 
Als ich mit ungefähr 12 Jahren voll in die Pubertät reinschlitterte, nahmen diese Phasen der Anspannung und der Halluzinationen zu. Ich begann mich langsam zu fragen, was denn überhaupt der Sinn des Lebens wäre und wozu all dieses Leiden, dieses Mobbing und das Ausgegrenzt sein gut sein sollten. Lange beschäftigte ich mich mit diesen Gedanken, bis ich den Klebstoff entdeckte , wenn ich was geschnüffelt hatte war ich in Gegenwart von anderen Leuten, stets gut drauf. Aber wehe, wenn ich allein war dann gingen die Gedanken wieder los . 
Ungefähr zu dieser Zeit lernte meine Mutter einen neuen Mann kennen . Er hieß Harald . Anfangs konnte ich Harald nicht leiden, noch nie war ein Mann zwischen mir und Meine Mutter gekommen. Ich verstand es nicht , sie gehörte doch mir , ich muss sie doch immer beschützen . 
Aber Harald tat alles für mich , er behandelte mich wie sein eigenes Kind. Irgendwann verlor ich die Angst und mochte Harald , er war ein ganz lieber Mensch , ich vertraute ihm mehr als jeder anderen Person, mehr als mir selbst , er bedeutete mir nachher so unendlich viel . Er wusste fast alles über mich . Ich erzählte ihm von den Mobbing Attacken meiner Mitschüler. Harald half mir und regelte das . Ich wechselte die Schule und wir zogen zu ihm . Von nun an hatte ich einen richtigen Vater . In der neuen Schule hat mich keiner mehr gemobbt . Endlich wurde ich anerkannt . Eines Tages ich war auf dem Weg nach Hause , sprach mich ein Mann an . Ich weiß nicht warum aber ich ging mit ihm mit . Was er wollte wurde mir erst hinterher bewusst . Wieder einmal konnte ich mich nicht befreien . Ich schaute mich hilflos um , plötzlich kamen zwei Klassenkameraden vorbei . Sie schrien ihn an und er ließ von mir ab . Ich war wie in Schockstarre , die beiden nahmen mich mit zu sich nach Hause und riefen die Polizei . 20 Minuten später kamen Sie und nahmen uns mit auf das Revier . Dort durften wir uns Fotos anschauen , in der Zwischenzeit riefen die Polizisten meine Mutter an . Sie kam , war aber böse auf mich , weil sie extra von der Arbeit weg musste , nur um eine Anzeige aufzugeben . 
Meine Mutter glaubte mir kein Wort , sie meinte ich wolle ja nur wieder Aufmerksamkeit . Ich fuhr nach Hause und schnüffelte wieder am Klebstoff . 
In der Schule ging es mir ganz gut .
Ich war immer sehr still. Die Lehrer meinten ich wüsste
schon einiges aber ich sollte mich auch mal trauen mich zu melden.
Ich hatte aber immer Angst ob dass was ich sagen würde falsch sei.
Bzw. ich zweifelte stets ob ich die Frage richtig verstanden hatte.
Die Schulklasse machte mir Angst. Laut und wild und so viele Menschen.
Jedoch war ich dort anerkannt und wurde gemocht. Ich war ein Jahr glücklich , das dachte ich zumindest , den in Wirklichkeit war meine Seele zu diesem Zeitpunkt längst wie eine verfallene Ruine, tot und leer. Meine Eltern trennten sich. Ich empfand nichts mehr als Gleichgültigkeit gegenüber allem und das machte mir beinahe schon wieder Angst . Ich war doch noch nie Gefühlskalt gewesen, sondern im Innersten eigentlich nur sehr sensibel, auch wenn ich es nie gerne zeigen wollte, weil jeder meine Gefühle missbraucht hat und auf ihnen herumgetrampelt ist. Wer war ich? Lebte ich überhaupt noch? 
Aus Angst „schwach“ zu wirken habe ich eine mehrere Meter hohe , dicke Betonmauer um mein Inneres aufgebaut. Ich wollte einfach nicht das jemand merkt , wie verletzt ich war . Wir zogen um . Dieser Umzug war so schwer , meine Mutter war nie da . Ich musste den ganzen Wohnungswechsel selbst managen, obwohl ich das doch gar nicht wollte. Ich dachte : warum kannst du nicht einmal was alleine machen , warum muss ich dir immer aus der Patsche helfen.  In der Zwischenzeit kam ich in die Oberschule , wo ich eine Freundin fand ,an die ich mich sehr klammerte. Sie wurde meine beste Freundin und ich glaube nicht, dass es genügend Worte gibt um zu beschreiben wie viel sie mir bedeutet. Sie hat mir mehr geholfen als jede andere Person in meinem ganzen Leben. Sie ist der tollste Mensch dem ich je begegnet bin und ich bin dankbar dafür, sie meine beste Freundin nennen zu dürfen. Sie hatte immer die richtigen Worte für mich und hörte mir immer zu egal wann und um was es ging. Sie stand immer hinter mir, egal welche Entscheidungen ich treffen musste. Ich wusste nicht was ich ohne sie machen würde und konnte mir ein Leben ohne meine Beste Freundin nicht mehr vorstellen. Wir haben schon unendlich viel erlebt und die schönsten und schlimmsten Momente miteinander geteilt. 
Zwei Tage nach meiner Einschulung , meine Mutter hatte Geburtstag , fuhren wir nach Ost– Berlin . Wir wollten meinen Opa besuchen , er lag im Krankenhaus . Zu Spät , er war morgens gestorben . Meine Mutter war am Boden zerstört , wieder konnte ich nichts fühlen . Ich musste mal wieder Stark sein und sie stützen . Wir fuhren zu seinem Chef , der auch ein Freund von Opa war . Dort betrank sich meine Mutter maßlos . Ich überlegte mir schon mal wie ich Sie über die Grenze kriegen würde . Aber das war nicht das einzige mal  , das ich Sie nach Hause bringen musste. Meine Überlegungen trugen Früchten und  wir fuhren zu meinem Vater Harald . Meine Eltern vertrugen sich . Wir zogen aber nicht wieder zu Ihm, nur an den Wochenenden sahen wir uns . 
Ende 1988 verliebte ich mich zum ersten mal , er hieß Felix . Anfangs waren wir glücklich . Doch manchmal fühlte ich mich wie von einem wütenden Phantom besessen, den ich nicht mehr in den Griff bekam. Wenn er die Oberhand hatte , wusste ich nicht mehr, wie sehr mein Freund Felix mich liebte. Es war , als hätte ich böse Schmetterlinge im Bauch. Dann tobten schwarze Monster in mir und meine Gefühle explodierten . Kurz zuvor konnte die Welt noch vollkommen in Ordnung gewesen sein , doch plötzlich ist alles anders. Böse Gedanken  schossen mir durch den Kopf und mit aller Macht wollte ich Felix verletzen, so dass es kein Zurück mehr gab . Ich wollte ihn zum Teufel jagen, ich konnte so einfach nicht mehr leben und flippte vollkommen aus. Dann schrie ich ihn an, beschimpfte ihn mit übelsten Worten und ging wie eine Furie auf ihn los. Felix (14) hatte nach meinem letzten Ausbruch genug. Er war aufgestanden und hatte zu mir gesagt, dass er endgültig geht. Im ersten Augenblick war mir das völlig egal . 
Ich hatte ja schon was mit seinem Bruder Rolf (11) am laufen . Nach leidenschaftlichem Petting kam bei mir ein Gefühl von Reue auf . 
Das Phantom war verschwunden. Plötzlich wusste ich wieder, wie sehr mich Felix liebte.
Doch selbst nach stundenlangen Versöhnungsgesprächen blieb ein ungutes Gefühl. Ich vertraute ihm nicht mehr, vertraute überhaupt niemandem mehr, fühlte mich ganz allein auf dieser Welt und war wütend. Oft stand ich so unter Hochspannung, dass ich nicht wusste , wohin mit mir. Und wenn es zu viel wurde, fühlte ich mich irgendwie taub und war innerlich leer an. Manchmal hab ich mir gewünscht , dass dieses Monster mich einfach umbringt und von meinem Leid erlöste. Ich wollte mich wieder fühlen können. Wenn der Druck zu groß wurde, fing ich an, meine Arme oder Beine zu ritzen , oder ich nahm eine brennende Kerze und verbrannte meine Haut , nur damit ich mich wieder spürte. Wenn das Blut floss, beruhigte  mich das für einen Augenblick.  Ich kam wieder ein wenig bei mir selbst an .Der Schmerz beruhigte mich vorübergehend und brachte mich wieder zurück . Manchmal bestrafte ich mich damit auch selbst, wenn ich meinen eigenen Ansprüchen nicht genügte oder weil ich mich als schlechter Mensch fühlte. 
Meine Eltern hatten eigene Probleme und haben es nicht gemerkt. Im Laufe der Zeit trennten sie sich ganz . 
Wieder zerbröckelte ein Teil meiner Welt . Ich konnte es nicht verstehen . "Warum lässt er uns im Stich?" Hatte ich wieder was falsch gemacht. 
Ab jetzt war ich wieder allein mit meiner Mutter und musste sie beschützen , bis der Vater meines Bruders wieder in das Leben meiner Mutter trat . Fortan fuhren wir jedes Wochenende von Berlin nach Neuenbrook. Das Haus musste umstrukturiert werden, so dass alle reinpassten . Als das Haus fertig wurde, wollte meine Mutter dort ganz hinziehen .
Ich war geschockt. Ich wollte doch all meine Freunde nicht verlieren, deshalb fragte ich Harald ob ich bei ihm bleiben dürfte.
Er konnte mich nicht aufnehmen, er hatte eigene Probleme.  Hatte ich den schon wieder was falsch gemacht. Ich war so enttäuscht und verletzt und griff zum Messer . 
Nur einen Tag später fuhren wir nach Neuenbrook (1991). Ich weinte aber das interessierte ja keinen. 
Ich hatte Angst was auf mich zukommen würde. Es war nicht leicht , den Franz hatte fünf Töchter. Ich hatte Angst das Sie mir meine Mutter weg nehmen . Als wir ankamen raste ich sofort in den Keller, wo mein Zimmer war , ich nahm eine brennende Kerze und verbrannte meine Haut. 
Ich gewöhnte mich schnell an die neue Umgebung . Meine neuen Geschwister waren auch nicht so schlimm, wie ich dachte . An Franz gewöhnte ich mich auch , ich mochte ihn sogar. Drei Monate nachdem Einzug hab ich meinen Hauptschulabschluss bestanden . Da ich nicht untätig zuhause rumsitzen wollte , entschied ich mich den Realschulabschluss nachzuholen . Aber die Schulklasse machte mir mal wieder Angst . Erneut war es laut und so viele Menschen, es fühlte sich so erdrückend an . 
Ich konnte nicht mehr , nachdem Zwischenzeugnis gab ich auf . Wieder hatte ich versagt . Von nun an wollte ich nie wieder mein Zimmer verlassen . Beim Alkohol scheiterte ich mal wieder, regelmäßiger Konsum. Oft aus Einsamkeit, oft weil ich mit den seelischen Wunden keinen Umgang fand , immer diese Flashbacks.
Franz machte Stress , er sagte: " Ich solle endlich meinen Arsch bewegen und mir einen Job suchen ". Ich hörte auf ihn begann ein Praktikum im Seniorenheim .
 Im Jahre 1993 war es dann soweit , meine Mutter und Franz heirateten . 
Franz wollte seine Schwiegermutter und meine Mutter wieder zusammenbringen , endlich seinen Sohn wiedersehen.  
Ich hasste ihn , brachte er doch tatsächlich , den Alptraum ins Haus.
Fortan beschloss ich,  immer das Gegenteil zu machen, was er sagte oder befahl . 
Wir stritten fast täglich . Ich schrie ihn an, beschimpfte ihn mit übelsten Worten , schmiss meine Zimmertür zu und griff wieder zur Kerze .Ein falsches Wort von ihm genügte aus und  ich war wieder auf 180 . 
An Manchen Tagen wollte ich einfach nicht nach Hause . Ich arbeitete noch immer in der Altenpflege (jetzt als Pflegehelferin) und hatte Schichtdienst . 
So sahen wir uns nicht mehr so oft . Nur wenn ich Frühdienst hatte und Nachmittags zuhause war . 
Meine Arbeitskollegin wurde zu meiner Freundin , meiner Seelenverwandtin . Wir redeten oft über den Tod , wie es wohl sein wird , wenn man Tod ist . Eines Tages fragte sie mich , ob ich Angst vor dem Tod hätte . Ich sagte nein . 
Zwei Tage später beging  Sie Selbstmord , für mich war erstmal Ende im Gelände. " Warum hat sie mich nicht mitgenommen ?" Ich hatte Sie doch so lieb . Meine Welt bröckelte erneut. Ich stand wieder so unter Hochspannung, dass ich nicht wusste , wohin mit mir  , fühlte mich irgendwie als sei ich durchsichtig, so leer . Ich griff zum Medikamentenschrank und nahm Paracetamol und Diazepam raus . 
Immer noch gab es mit Franz viel Stress . Als ob ich nicht schon genug andere Probleme hatte . Wollte Franz auf einmal das ich Miete für mein Zimmer zahle . Das konnte ich nicht akzeptieren. Ich dachte "Warum soll ich für ein dunkles Kellerzimmer , das ständig unter Wasser steht, soviel Geld (200,-DM) bezahlen ?"  Warum müssen meine Geschwister nichts abgeben ? Ich verstand diese Logik nicht. In mir stieg wieder diese Unbändige Wut und so platzte es aus mir raus " Du bist nicht mein Vater , du hast mir gar nichts zusagen ."  Dabei mochte ich ihn doch irgendwie, es gab ja nicht nur schlechte Tage mit ihm . 
Dieses ewige auf und ab der Gefühle, nervte mich so dermaßen dass, ich beschloss tagsüber zu arbeiten und Nachts durch die Bars und Clubs zu ziehen. Um das Pensum durchzuhalten griff ich zu Koffeintabletten 2-3 Stück täglich. Gab es in der Apotheke ohne Rezept. 
Im August 1994 habe ich im Club einen Typen kennengelernt. Er hieß Heiko . Wir quatschten ein bisschen. Heiko versuchte mich anzugraben, aber ich blockte ab. 
Die Woche darauf begegneten wir uns wieder im Club. Ich erinnerte mich natürlich an ihn und grüßte freundlich. Irgendwie kamen wir dann doch wieder ins Gespräch und waren uns diesmal auf Anhieb sympathisch! Wir haben so viel zusammen gelacht, hatten den ganzen Abend nur noch Augen für uns. Der Abend  verlief viel zu schnell . 
Zwei Tage später kam es zu unserem ersten Date. Wir liefen zu seinem Lieblings Griechen. Dort warteten schon 2 seiner Kumpels. Ich kann sagen sie haben mich sehr herzlich empfangen und wir haben uns alle zusammen blendend verstanden! Trotzdem: zum kennenlernen war es absolut nicht das richtige. Was ich sehr schade fand. Hinzukommt dass wir alle wahnsinnig viel getrunken hatten.  Wir liefen zu ihm nach hause und dann führte das eine eben zum anderen. Wir haben miteinander geschlafen und ich habe bei ihm übernachtet , auf der Couch und schon damals wusste ich nicht in wie fern das ein Fehler war . Ich fuhr nach Hause, und  hörte den ganzen Tag nichts von ihm. Also meldete  ich mich als erstes. Heiko sprang sofort darauf an und bat mich, uns diesen Abend wieder zu treffen. Natürlich willigte ich ein und auch diesmal waren wir nicht unter 4 Augen.  So ging es einige Wochen und Monate weiter, dass wir eigentlich jedes Wochenende miteinander verbrachten, irgendwann natürlich auch regelmäßig miteinander schliefen, aber immer, und wirklich immer seine Freunde dabei waren, mit denen ich mich über die Dauer selbst super angefreundet hatte. Heiko hatte meine nie kennengelernt und auch nicht das Bedürfnis danach gehabt. Es war nur eine Frage der Zeit bis ich mich unsterblich in ihn verliebte. So sehr dass ich vieles nicht sehen und nicht hören wollte, was mir aber ein eindeutiges  Zeichen hätte sein sollen! Denn eigentlich hatte er immer nur Augen für mich wenn wir in der Kiste lagen. Waren seine Freunde dabei, ließ er mich oft mit ihnen allein stehen oder war an anderweitigen Unterhaltungen interessiert. Heiko hat nie gefragt was ich beruflich mache, ob ich Geschwister habe, was ich in meiner Freizeit gerne mache und , und ….. Ich glaube wir hatten über 6 Monate kein einziges Gespräch unter 4 Augen .Er hat oft gemeine Dinge gesagt, oder mich nicht beachtet. Mal hat er sich 3 Tage nicht gemeldet, dann trafen wir uns wieder in Club . Ich wusste gar nicht mehr woran ich nun bin. Zumal er eh komisch war und jetzt wird’s wirklich kurios! Heiko war sehr gutaussehend hatte viele Freunde, war selbstbewusst und narzisstisch. Er hat nie über sich erzählt, seine Hobbys, Vorlieben, Ängste, Träume. Eigentlich wusste ich von dieser Person nach 6 Monaten noch immer rein gar nichts. An jenem Samstag verabschiedeten wir uns wie immer mit einem Kuss es gab immer nur ein Bussi links und eins rechts. Wir haben uns auch nie unter der Woche gesehen ,nur telefoniert , obwohl er einen Katzensprung von mir entfernt wohnte. Ich hatte nie nachgefragt ob wir nun zusammen sind oder überhaupt irgendetwas in Frage gestellt. Das ganze kam mir schon so wackelig vor, das ich wusste wenn ich ein falsches Wort sage, verliere ich ihn. An jenen Samstag war alles noch "in Ordnung". Am direkt darauf folgenden Mittwoch hatte er sich mal wieder nicht gemeldet. Ich nahm das so hin und ging mit einer Freundin in den Club . Und was sah ich? Heiko mit einer anderen Frau. Hand in Hand, Arm in Arm . Er wich mir den ganzen Abend aus wo es nur ging. Dann begegneten wir uns eben doch und er begrüßte mich ganz frech mit einem Handschlag und fragte wie es mir geht, als wäre NIE etwas gewesen. Den ganzen Abend turtelte er mit der anderen Frau vor meiner Nase rum. Es fiel mir schwer nicht auszurasten .Am nächsten Abend trafen  wir uns  zufällig wieder . Von Ihm kam ganz keck "hey schade das wir uns gestern  nur kurz gesehen haben! Nächstes mal trinken wir einen zusammen!" BITTE WAS?? Meine Wut stieg ,ich habe ihm gesagt das es mir reicht und ich nicht seine Trophäe bin. Zumal ich rausfand dass diese Frau schon seit einigen Wochen zweigleisig zu mir lief. Dann ging der Stress los im Sinne von, er wäre mir ja keine Rechenschaft schuldig...und so weiter. Darauf hin brach der Kontakt ab. Ein paar Monate Funkstille. Absolut kein Ton. Nicht mehr gesehen. 
Seit zwei Jahren arbeitete ich nun in dem Altenheim und hatte mich gleich mit einigen Kollegen sehr gut verstanden. Aber das ist wirklich alles harmlos. Wir sind auch zusammen in den Club gegangen. An einem Abend im Sommer ‘95 war ich alleine im Club und traf meinen Kollegen Richard , wir redeten viel miteinander über harmlose Alltagssachen. Er war Single und  interessiert an mir.  Ich wollte keine feste Beziehung, ich wollte ihm eine Freundin wünschen, die ihn liebt. Drei Tage später wir trafen uns wieder im Club, da dort absolut nichts los war , fragte er mich ob ich mit zu ihm komme. Nach ein – zwei Bier landeten wir im Bett.  Das ganze wurde zu einem  Problem .Wir wussten glaube ich beide nicht wie wir damit umgehen sollten. Gott sei Dank ,ging er kurze Zeit später in den Urlaub . Ich musste ständig an ihn denken, meine Gedanken kreisten nur noch um Richard.  Nach seinem Urlaub zeigte er mir die kalte Schulter. Ich konnte es nicht verstehen. Habe ich denn wieder etwas falsch gemacht. Trotz allem redeten wir in den Pausen viel . Ich erzählte ihm von all den One-Night Stands, die ich nach ihm hatte. Da war er wieder der böse Dämon. Ich musste ihm einfach weh tun. 
Wie der Zufall es will kam dann aus heiterem Himmel ein Anruf von Heiko "er wollte sich für sein Verhalten von damals entschuldigen, war längst überfällig!" ich antwortete ,obwohl ich diese Liebe die ganzen Monate lang nicht vermisste. „Warum das alles ?“  Wir verabredeten uns für später im Club,  trotz allem kamen wir wieder ins Gespräch. Er gestand mir das er ihr ein Kind gemacht hatte, das aber gar nicht wollte , er hätte lieber eins mit mir. Wir waren uns auf Anhieb wieder sympathisch und landeten mal wieder im Bett. Diesmal war er anders. Heiko gab sich unendlich viel Mühe mich zu beeindrucken und erzählte SOFORT wir seien Fest zusammen. Der zweite Anlauf war komplett seine Initiative, es lief alles so wie es laufen sollte! Ganze 20 Tage lang. Ich war 3 Tage bei meiner Freundin in Berlin. Als ich gerade wieder Zuhause war , rief er plötzlich an und meinte "Sorry ich bin nicht bereit für eine Beziehung! Diesmal ist es auch keine andere Frau, versprochen!" Meine Schwester sagte mir später , sie habe ihn mit einer anderen Frau gesehen .Ich war am Boden zerstört. Ich fuhr in den Club und betrank mich maßlos. Am nächsten Morgen wachte ich auf der geschlossenen Psychiatrie auf . Ich hatte eine Alkohol Vergiftung, konnte den Ärzten aber versichern, dass ich mich nicht umbringen wollte. 
Mit Hilfe von meiner großen Schwester konnte ich das vor meinen Eltern verheimlichen . Sie rat mir den Kontakt zu diesem Arschloch abzubrechen . Das tat ich dann auch . 
Am nächsten Abend war ich wieder im Club . Der Barkeeper lachte mich aus , er meinte ich hätte drei Karaffen Cola - Korn kaufen sollen , wäre billiger gekommen . 
Ich lächelte ihn an und bestellte einen Campari - O. Eigentlich wenn man es genau nimmt , suchte ich mir aus Langeweile heraus das nächste Abenteuer.  Ich wollte keine feste Beziehung mehr . Stürzte mich in die Arbeit ,nahm alle Schichten an die ich kriegen konnte. Ich ging jede Nacht  in den Club oder in Bars um diese ewigen Anspannungen abzubauen stürzte ich mich in One - Night Stands bei denen es egal war, ob Mann oder Frau .Der Medikamentenschrank stand natürlich auch immer offen . 
Eines Abends traf ich  Heiko im Club wieder . Er sprach mich an und wollte nochmal reden . Boah eh ,was genau war an dem Nein  so missverständlich ?. Ich sagte ihm ,das ich ihn noch Liebe , aber Zeit brauche um seine Nähe wieder zuzulassen. Er meinte, er akzeptiert und respektiert das . 
Eine Woche später trafen wir uns erneut im Club . An diesem Abend hatte er natürlich auch wieder eine andere Frau an der Hand und auch diesmal musste er provokativ mit ihr tanzen und an ihr 'rum hantieren' wenn ich hinsah. Hat dieser Mensch Respekt, wenn er doch weiß das ich noch was für ihn empfinde? Dieser Mensch tritt mich seit 1,5 Jahren mit den Füßen und er ist dennoch der eine den ich will , ich liebte ihn doch . 
An diesem Abend war ich schon sagen wir mal "dezent angeheitert" und verlor die Kontrolle. Ich beschimpfte ihn mit sehr üblen Worten, von denen ich nicht mal wusste dass sie in meinem Wortschatz  bestanden. 
Allmählich hatte ich keine Ahnung mehr ob das von meiner Seite aus noch Liebe, Hass oder irgendeine verkorkste Obsession ist aus der ich nicht mehr raus zu kommen schien.
Meine Geschwister hielten mich für verrückt . Sie fragten mich "Wozu ich ihn brauchte und ob der Sex so gut sei ?" Heute weiß ich, ich brauchte nur den Schmerz . Ich musste mich quälen um zu überleben.   . 
Es gab nämlich immer noch Höhen und Tiefen in den Emotionen  meiner Geschwister gegenüber . Ich hatte immer noch Angst ,das Sie mir meine Mutter wegnehmen. 
Die nächsten vier Monate passierte nichts, außer ein paar One Night -Stands. 
An einem kalten November Tag sollte sich mein Leben  grundlegend  verändern.
Ich sah ihn , mit seinen blauen Augen, den wohlgeformten Lippen und seinem funkelnden dunkelblondem gelockten Haar, da war es um mich geschehen. Ich wollte mich nur mit einer Freundin treffen und wartete am Eingang,  da stand er neben mir am Tisch . Noch nie zuvor hatte ich ihn gesehen, doch er drehte sich um und lächelte. Dieses Lächeln; unbeschreiblich und wunderschön. Plötzlich schien alles auf der Welt nichtig zu sein, nur dieser Augenblick nicht. Dieser Moment bestimmte von nun an mein Leben. Deine Hände möchte ich greifen; mit dir in den Himmel der Liebe fliegen; für immer Dein sein. Doch ich kannte dich doch gar nicht. Was würdest du sagen, wenn du meine Gedanken hören würdest?
Langsam lief er auf mich zu .Mein Herz schlug Schritt für Schritt immer schneller und mein Blick versank in seinen blauen Augen. Neben mir klang die Musik des Clubs , " be my Lover " die diesen Moment meiner Gefühle unterstrich. Wie sollte ich mich ihm vorstellen? Wahrscheinlich würde ich nach und nach in kleine Patzer treten, so nervös wie ich in diesem Moment war.
Was sollte ich mir bloß einfallen lassen? Lara, streng dich an, er ist gleich da, dachte ich. Nur noch wenige Schritte und ich konnte die Nähe des wunderbaren Mannes immer mehr spüren. Seine Wärme, seine liebevolle Aura und jeden seiner Atemzüge. Wie gerne würde ich jetzt seinen Atem an meinem Nacken spüren? Wie dieser lauwarme Wind meine Haut berührt und meine Nackenhaare provoziert. Auf einmal wurde mir warm und kalt zugleich.
Wie sollte ich mich nur verhalten? Darüber jetzt nachzudenken war zu spät … "Darf ich sie zu einem Kaffee einladen ? Hauchte er. Ich hielt  ihm meine Hand entgegen. Es schien, als würden aus Sekunden Minuten, aus Minuten Stunden werden, bis er endlich meine Hand ergriff. Kurz blickte ich ihm in die Augen, senkte schnell wieder den Kopf, damit er nicht sah, wie sich mein Gesicht von rosa zu rot färbte. Ich spürte, wie die Wärme in mein Gesicht stieg, meine Hände jedoch wurden immer kälter. Schließlich blickte ich wieder auf, er grinste, mein Herz schlug stark, mein Bauch kribbelte. Oh, wie ich dieses Gefühl liebte. Ich sagte "Ja, gerne" und wir tranken die ganze Nacht Kaffee und unterhielten uns . 
Die Nacht ging viel zu schnell vorbei . Er brachte mich nach Hause.  Wir vereinbarten,  das ich ihn mittags anrufe . 
Nach meiner Frühschicht nahm ich all meinen Mut zusammen und rief ihn an . 
Wir machten aus , uns am Abend wieder zu sehen . Im Nebenzimmer schrie mein Vater mal wieder meine kleine Schwester an. 
Oh wie  ich ihn hasste , in 37 Tagen war Weihnachten. Und das Unheil aus Berlin sollte kommen . Vor fünf Minuten noch war die Welt vollkommen in Ordnung, doch plötzlich ist alles anders. Bösartige Gedanken schossen mir durch den Kopf  .
Ich schluckte runter was ich sagen wollte . Voller Wut ging ich in mein Zimmer und verbrannte meine Haut. 
Eigentlich hatte ich mir diese Zeit zum Treffen ausgesucht, aber nun wünschte ich mir, mich früher mit ihm getroffen zu haben. Moritz, … Moritz… wie eine Melodie in meinen Ohren … wie eine sanfte Herbstbrise streifte dieser Name an meiner Wange vorbei. Obwohl wir uns erst eben kennen lernten, wusste ich, dass wir Seelenverwandte waren. Ich verspürte das Bedürfnis ihn zu umarmen, einen sanften Kuss auf seine Wange zu hauchen und ihm zu sagen: "Ich liebe dich."
Vier Wochen später zog er zu mir . Mit Franz gab es immer noch viel Stress . So beschlossen Moritz und ich uns eine eigene Wohnung zu suchen . Gesagt , getan wir zogen um . Franz ging es gar nicht schnell genug mich loszulassen werden . An die neue Wohnung gewöhnten wir uns schnell , endlich waren wir alleine .
Manchmal kamen die wütenden Dämon zurück , denen ich nicht Herr werden konnte. Ich wusste gar nicht mehr, wie sehr Moritz mich liebte. Ich wollte ihn zum Teufel jagen, ich konnte einfach nicht mehr  und flippte vollkommen aus.
Dann ging ich wie eine Furie auf ihn los. Moritz hatte nach diesem ersten Ausbruch meiner Gefühle genug. Er sagte er geht.
In diesem Moment wünschte ich mir nichts mehr, als dass Moritz mich in den Arm nimmt. Er war doch der einzige, dem ich noch halbwegs vertraute. Ich wollte nicht das er geht , ich lebte in der ständigen Angst, betrogen und verlassen zu werden. Wollte mit aller Kraft Moritz halten ,ich liebte ihn doch so sehr , ich klammerte mich an ihn . Nach einem langen Versöhnungsgespräch entschlossen wir unsere Jobs zu kündigen und uns selbstständig zu machen. Wir mieteten eine Garage und verkauften fortan gebrauchte Fahrräder , die wir auf dem Sperrmüll fanden . Moritz baute sie wieder neu auf und ich verkaufte sie . 
Im August 97 heirateten wir . Alles lief gut , bis im Jahre 2000 Moritz Großvater an Krebs verstarb . Moritz war am Boden zerstört. In mir wurde die Anspannung unerträglich ich fing an meine Fingernägel abzubeißen bis es blutete , die Trauer war weg und ich half Moritz über den Tod des Großvaters hinweg zukommen ,das Haus zu räumen und zu verkaufen.  
Danach haben wir "normal" weitergelebt bis wir 2001 in ein größeres Ladenlokal gezogen sind . Von nun an war alles anders , wir hatten gar keine Zeit mehr für einander, das Geschäft hatte immer Vorrang , wir arbeiteten fast 24 Stunden täglich . Die ganze Erbschaft haben wir verprasst .Wir sind in Mexiko und anderswo gewesen, haben Werbungen geschaltet und Ware eingekauft, gingen jeden Tag in Restaurants , haben Zig Spontaneinkäufe getätigt völlig sinnloses Zeugs. Wenn man das eine Zeit lang macht , kommt einiges zusammen. So kam es das wir die ersten Rechnungen schon nicht mehr zahlen konnten , die Mahnungen häuften sich. Wir stritten uns immer häufiger und auch die Dämonen kamen zurück, ich wusste nicht mehr ob Moritz mich noch liebt, ging mal wieder wie eine Furie auf ihn los . Danach ist Moritz ohne ein Wort in den Laden gefahren .Ich dachte ich hätte ihn für immer verloren . Ich rief ihn an und bat ihn um ein ausgiebiges Gespräch. Nach dieser Unterhaltung  und meinem versprechen dies nie wieder zu tun , blieb er bei mir . Das Geschäft ging immer mehr bergab . Wenn ich diesen ganzen Druck nicht stand hielt schlug ich mir den Kopf gegen die Wand, Schrank, Tür etc. bis ich eine Beule oder Platzwunde hatte. Oft fühlte ich mich minderwertig, dreckig, dumm und hilflos. Nach langem Überlegen entschieden wir uns 03 ' unseren Laden aufzugeben . Wie der Zufall es so will trennten sich , meine Eltern gerade. Meine Mutter meinte :"Wir sollten bei Ihr einziehen , das Haus wäre so leer ." So zogen wir zu ihr . Wir machten in den Haus sogar unser Geschäft wieder auf .
Es lief alles gut , wir taten alles für meine Mutter,  vom Rasen mähen bis zum kochen , einfach alles . Eines Tages kam meine Mutter über Nacht nicht nach Hause , ich machte mir Sorgen. Sie hatte uns nicht Bescheid gesagt das Sie über Nacht weg bleibt. Tage später wieder das gleiche Spiel. An diesem Freitag Abend stand ich an der Türschwelle der Terrasse  zog an einer Zigarette und versuchte mir nichts anmerken zu lassen, wie sehr es in mir brodelte. Warum hat sie wieder nicht Bescheid gesagt das Sie weg geht ? Wo war Sie ? Bleibt Sie wieder über Nacht weg ?  Es rumorte in mir , ich kannte das, aber heute war es ganz besonders schlimm,  schlimmer als sonst, auch wenn es gar keinen triftigen Grund gab. War Sie doch erwachsen und konnte machen was Sie wollte . Aber ich fand keinen Frieden. Hörbar schnaubte ich den Rauch meiner Zigarette in die Luft und drückte sie dann in den Aschenbecher. Es gab Phasen in meinem Leben, da hab ich  meine Haut dafür benutzt.
„Es ist schwer, sie gehen zu lassen ,"sagte ich. Denn es brodelte ständig in mir, mal mehr, mal weniger stark. Die Wut, die in mir schwellte, war richtungslos. Sie kochte unter der Fassade, die ich mir aufgebaut hatte. Diese Wut war fast immer da, so auch an diesem Abend im Februar 04 . Wiedermal kam sie nicht nach Hause . Moritz und ich fuhren los meine Mutter  suchen . Sie konnte nur bei einem sein . Ich klingelte. Franz ließ mich nicht rein. Er sagte : Ich solle gehen , Ich hätte schon genug angerichtet ." Da war er wieder ! Franz , so wie ich ihn hasste . 
Ich blieb , wollte ich doch unbedingt mit meiner Mutter reden. Boah eh , warum lässt er mich nicht rein . Dann fluchte und fauchte ich, schrie und schimpfte, schlug um mich, totaler Wutausbruch . „Es war wie ein Rausch". Fast so als schürte sich der Hals zu . 
Hartnäckig wie ich bin , pochte ich auf mein Recht meine Mutter sehen zu dürfen . Außer mir vor Zorn trat ich gegen die Eingangstür , des Bestattungsinstitutes "Hünengrab" . Leider war dies eine Glastür und ging zu Bruch.  Franz rief die Polizei. Die kam ca. 10 Minuten später auch und erteilten mir ein Platzverweis, welchen ich natürlich nicht befolgte . Denn wenn ich was will , dann muss ich das auch durchsetzen, ohne Rücksicht auf Verluste. Ich rannte also die Treppe hoch . Oben angekommen schlug ich wie in Trance, den Polizisten . Leider waren die Polizisten dann doch stärker als ich und überwältigen mich . Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bevor Moritz mich aus dem Gewahrsam abholen durfte. 
Meine Mutter blieb bei Franz . Kurze Zeit später kam ein Schreiben von einem Anwalt . Wir sollten sofort raus aus dem Haus .Sie behauptete, wir wären ohne sie zu fragen eingezogen , hätten ihr nichts zu essen gegeben und sie eingesperrt.
Da ja nun alles schnell gehen musste , fragten wir Fahrrad Körner ob sie unsere Waren und Fahrräder in ihren Bestand aufnehmen könnten . Nachdem nun alles verkauft war , suchten Moritz und ich uns eine neue Wohnung . 
So zogen wir ’04 nach Hohenlockstedt. Ich war so geschockt und so maßlos enttäuscht von meiner Mutter . Es fühlte sich an wie körperlicher Entzug. Ich war angekommen im Kummertal . Das Kummertal errichte irgendwann den Höhepunkt: Schlafstörungen, Kopfschmerzen , Gedankenkarussel vom feinsten ,Konzentrationsstörungen  etc. .
Nachdem ich es akzeptiert hatte und kein Kontakt mehr da war, wirkte alles immer merkwürdiger und fernab der Normalität.  Ich war total  verwirrt und wollte Erklärungen haben für alles. Daher sind wir zu Dr. Festus gegangen. Wir drei unterhielten uns lange , irgendwann wurde es mir zu viel, den Moritz beleidigte meine Mutter. Es brodelte in mir und ich ging mal wieder auf Moritz los . Dr. Festus schickte Moritz vor die Tür und nahm mich in den Arm und beruhigte mich . Als ich dann beruhigt war und Moritz auch wieder im Sprechzimmer war , meinte Dr. Festus : „Sowas kann leicht mal nach hinten losgehen“ . Schon damals äußerte er den Verdacht . Da wir das nicht war haben wollten , haben wir es verdrängt . Wir fuhren nach Hause und ich verkroch mich in mein Zimmer. Ich wollte keinen mehr sehen . Gar keinen auch Moritz nicht . Denn wenn ich jemanden liebe habe ich die Tendenz, den Anderen mit mir zu überschütten, und ihn am liebsten nie wieder loszulassen. Diese unglaubliche Sehnsucht nach Nähe ist manchmal für mich erdrückend,  so dass ich die Menschen um mich weg stoße. Hinterher kommt dann die Angst. Diese enorme Panik, den Anderen so weg gestoßen  zu haben, sodass er gehen wird. Mich allein lassen wird. Wie könnte er mich auch aushalten oder gar mögen, wo ich mich doch selbst abstoßend finde? Dann ziehe ich mich , überwältigt von Scham und Selbsthass, selbst zurück.
Eines Tages ich hatte mich wieder mal zurück gezogen, kam Moritz mit dem Nachbarsjungen , er hieß Philipp.  
Eigentlich wollte ich ja gar keinen sehen , doch da stand er, mit seinen kurzen blonden Haaren und blauen Augen.  Er lächelte mich an und es war um mich geschehen.  Von nun an kam er fast täglich.  Wir machten alles mit ihm , was Eltern mit ihren Kindern so unternehmen . Irgendwann sagte er wir wären seine zweit Eltern.  
An einem Tag im Mai ‘ 05 , Moritz musste ins Krankenhaus. Oh mein Gott ,da war sie wieder meine Angst verlassen zu werden oder alleine zu sein . Ich glaube Philipp hat das gespürt , den er sagte zu mir „ Ich bleibe bei dir, bis Papa wieder da ist .“ 
Er (11 Jahre alt) hat mir irgendetwas einfaches gekocht , hat sich  rührend um mich gekümmert . Irgendwie hat er mir die Angst genommen . Die Jahre vergingen und wir waren glücklich. Das dachte ich zumindest, den irgendwas fehlte mir . Ich tat alles um diese Lücke zu schließen, machte eine Ausbildung zur „kirchlich anerkannte Erzieher – Assistentin „ bestand diese sogar mit „sehr gut“. Doch dann kam Moritz wieder ins Krankenhaus .  Ich machte zu dieser Zeit ein Praktikum, doch meine Panik, meine Ängste Moritz zu verlieren zwangen mich wieder aufzugeben. Wieder einmal hatte ich versagt. 
Nach neun Wochen kam Moritz aus dem Krankenhaus , Philipp war immer an meiner Seite.  Als Moritz wieder fit war, fanden wir vermeintliche Freunde . Wieder einmal hing ich am Alkohol . An manchen Tagen trank ich soviel, dass mir schlecht wurde und ich es am liebsten alles wieder loswerden wollte, bis sich mein Verstand eingeschaltet hat  , als ich überm Klo hing und mich fragte: Brauchst du wirklich noch eine Sucht? Reichen dir die Schnitte nicht? Plötzlich wusste ich was mir all die Jahre gefehlt hat . Meine Mutter , ich wollte sie anrufen und ihr sagen : „Ich liebe dich , du fehlst mir „ . Doch ich konnte nicht . Richtig bewusst wurde mir erst, dass ich ein Problem hatte, als ich darauf angesprochen wurde, weshalb ich so traurig durch die Gegend laufe. Moritz meinte , ich solle zum Arzt gehen . So machte ich mir ein Termin bei Dr. Heiden .
Die Diagnose Borderline traf mich völlig unvorbereitet. Da war sie wieder die Diagnose. Ich hatte damals schon darüber gelesen, aber ich dachte trotz der ersten Vermutung an eine simple Depression. 

Wenn man es aber mal genauer betrachtet erscheint die Diagnose, die mir nun von zwei Ärzten bestätigt wurde, gar nicht mal so weit hergeholt. Diese extremen Wechsel in der Stimmung findet bei mir Ausdruck darin, dass ich, wenn es ich richtig gut drauf bin , Bäume ausreißen könnte. Ich lache viel und sprudele so vor albernen Witzen. Im gleichen Atemzug kann es dann aber schon wieder so runter gehen, dass ich verheult und mit dem "Was soll ich denn hier Gedanken" vor mich hin vegetiere und diesen Zustand meist mit einem Schnitt in mein Arm endet , der für mich das Ende dieser inneren Unruhe und der Leere darstellt. Das Blut fließen zu sehen zeigt mir ein Stück weit,  dass ich noch da bin , dass ich noch lebe und die Kontrolle über mich habe. Jeder Tag zeigt mir aufs Neue, dass ich Personen einerseits sehr nahe sein will und andererseits schnell in Wut gerate und diese an entsprechenden Personen auslasse. 
Da das Jobcenter die Miete für unsere Wohnung nicht mehr übernehmen wollte , müssten wir 2009 nach Itzehoe ziehen . 
Nach langen überlegen entschied  ich mich meinen Eltern von meiner Diagnose zu erzählen,  ich  schrieb meiner Mutter einen Brief , denn ich konnte mich nicht überwinden, es ihr ins Gesicht zu sagen.  
Ein Tag verging, bis sie sich bei mir meldeten 
Auf der einen Seite zeigten sie Verständnis, auf der anderen Seite konnten sie es nicht glauben, wie man zu sowas in der Lage sei. Für die beiden war meine Welt vollkommen in Ordnung, bis auf das ich schnell wütend wurde . 

Ich musste ihnen von den kleineren Halluzinationen erzählen, die mich manchmal heimsuchen. Von den Ängste die mich verfolgen. Ich habe Angst niemandem genügen zu können, habe Angst verlassen zu werden und Angst vor Höhe .  Angst in Geschäften oder bei größeren Menschenmassen als hässlich, fett und fehl am Platze angesehen zu werden. Also eigentlich die ganz normalen Ängste.

Meine Welt war wieder in Ordnung, ich hatte meine Mutter wieder . Endlich waren alle Missverständnisse aus dem Weg geräumt. Wir trafen uns fast täglich und redeten über unsere Vergangenheit. Alles war gut denn auch Philipp  meldete sich nach langer Zeit mal wieder.  Ich war überaus glücklich . „Der verlorene Sohn war zurück“ . Zu dieser Zeit machte er  gerade den Führerschein und meinte : „ Wenn ich den Führerschein  habe komme ich zu euch“ . So kam es dann auch , er kam ganz stolz mit seinem Auto vorgefahren . Wir verbrachten einen wunderschönen Tag.  Ich wollte ihn nie wieder loslassen . Doch er musste gehen , beim Abschied sagte er : „Ich komme jetzt wieder öfter“ . Er nahm Moritz und mich in den Arm. Das war so ein schöner Moment.  Als er dann in sein Auto stieg . Meinte ich zu ihm : „Fahr vorsichtig“ . Er  lachte und sagte: „ Immer doch“ . Mit quietschenden Reifen und in einem Affentempo fuhr er fort .  Moritz sagte zu mir : „ Wenn das mal gut geht“ . 
Ein paar Wochen später , ich lag in meinem Bett , völlig kaputt vom vergangenen Tag , aber zum ausruhen viel zu aufgedreht . Ich konnte einfach nicht schlafen und setzte mich an mein PC , wollte eigentlich nur mal sehen ob Philipp online ist . Denn er hatte sich ein paar Tage nicht gemeldet.  Ich wollte mit ihm reden , doch auf seiner Facebook – Seite stand ,dass er Tod ist . Ich  schrie innerlich und sagte zu mir : „Philipp Ist tot! Phillip ist tot!“ ich verstand das nicht , ich war wie in einer Schockstarre, mir wurde schlecht und schwindelig, ich musste mich setzen, ich begann zu schwitzen und auf einmal liefen mir Tränen über die Wangen…
Meinen Tränen hatten schon begriffen, ich noch nicht, ich war völlig verstört… Immer wieder kamen mir diese Bilder in den Kopf … „Phillip ist tot! Phillip ist tot!“
Ich schrie vor Tränen, bis auch endlich mein Verstand begriff was geschehen ist ?! Mir ging so vieles durch den Kopf! Wieso tot? Wie kann das sein?! Warum hatte er einen Unfall? Habe ich den schon wieder was falsch gemacht. So viele Fragen in meinem Kopf, er begann fast zu platzen. Ich wusste nicht soll ich es Moritz gleich sagen , wie würde er reagieren? 
Der nächste Tag war ein Samstag, die Stunden vergingen wie Tage und das Wochenende ging nicht um. Am Sonntag bin ich fast geplatzt. Diese Last, diesen Tod alleine mit mir rumzutragen… ich konnte es nicht mehr. Moritz war bei mir, wir lagen im Bett, wir waren so glücklich zu zweit und kurz bevor er aufstehen wollte , fing ich an zu weinen und ich musste ihm alles erzählen, es kam alles raus, wie Wortkotze. Ich wollte es nicht sagen, bevor ich nicht genau Bescheid wusste was passiert ist. Aber er musste es erfahren, schließlich war Phillip  Teil unseres Lebens. 
Seine Reaktion war höchst wunderlich für mich. Ihn berührte dieser Tod gar nicht.  Aber er ist GESTORBEN! Und wir wussten beide nicht wieso, er war doch erst 18 . Ich musste jeden Tag mit meinen Tränen kämpfen, jeden verdammten Tag an ihn denken. Moritz hat mich getröstet aber er selbst war nicht betroffen , dachte ich zumindest.
An diesem Wochenende habe ich kaum geschlafen, am Montag musste ich zum Jobcenter , es ging mir sehr schlecht, ich habe kaum etwas gesagt und war verdammt müde. Als ich zu Hause war musste ich etwas unternehmen, ich konnte nicht mehr mit dem Gedanken leben nicht zu wissen, was mit Philipp passiert war, es war alles noch ein wenig unwirklich und doch real. 

 

 


Fortsetzung folgt 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was ihr euch bestimmt auch fragt: Was macht die den ganzen Tag?
Wenn ich nichts zu tun habe, sitze bzw. liege ich viel mit meinem Tablet auf dem Bett (wie jetzt gerade auch) und höre Musik, die ich am Anfang noch toll fand aber nach spätestens 2 Tagen langweilig ist. Wie alles in meinem Leben, einmal gemacht und schon ist es langweilig. 

 

 

 


Wenn Du glaubst, dass Du eventuell Borderliner/-in bist, lass es bitte untersuchen. Geh zu Deinem Hausarzt / Deiner Hausärztin und sprich mit ihm / ihr darüber, damit Dir geholfen werden kann. Zu dieser Persönlichkeitsstörung [ICD-10 Code F60.31] gehören nämlich Depressionen und Ängste (mir wurde eine schwere, rezidivierende Depression ohne psychotische Symptome diagnostiziert, [F33.2]), so dass man einerseits in vielen Fällen nicht mehr von Lebensqualität sprechen und Borderline andererseits zum Suizid führen kann. Im akuten Depressionsschub ist Dir das wahrscheinlich egal, aber denke bitte daran, dass Du Angehörige und Freunde hinterlassen würdest, die Du in tiefe Löcher reißen könntest (wie es meine Freundin bei mir tat). Depressive Menschen in suizidalen Krisen beteuern bei Besserung oftmals, dass sie sehr dankbar sind noch zu leben, obwohl sie ihr Leben eigentlich beenden wollten.
Wie ich selbst erfahren musste ist es sehr schwierig Hilfe zu finden, aber es gibt sie! Borderline ist therapierbar (nicht heilbar) und man kann gut damit leben, auch wenn es in den meisten Fällen nicht weit zurückgeht, aber es lohnt sich durchaus dafür zu kämpfen ein Leben zu haben, das man auch als Borderliner als normal bezeichnen kann!

Vorurteile
Wie so viele Krankheiten ist auch die Borderline-Störung mit jeder Menge Vorurteilen behaftet.    
Einige Beispiele:
•    Borderliner jammern nur
•    Borderliner verletzten sich selbst
•    Borderliner sind aggressiv und ständig wütend
•    Borderliner sind beziehungsunfähig, sie können nicht lieben, zeigen kein Mitgefühl
•    Borderliner wollen immer Recht haben
•    Borderliner halten Termine nicht ein, brechen Ausbildungen ab, kündigen ihre Jobs – sie sind faul
•    Borderliner manipulieren und lügen
•    Borderliner sind unberechenbar
•    Borderliner sind Spaßbremsen und verbreiten nur schlechte Stimmung mit ihren negativen Gedanken 


Auch wenn viele Vorurteile eine Berechtigung zu haben scheinen, da wir diverse Verhaltensweisen aufzeigen, fragen sich sicherlich die wenigsten, was eigentlich zu dem Verhalten geführt hat. Es scheint, als geht die Gesellschaft davon aus, Borderliner verhalten sich mit Absicht so, planen es, nur um ihren Willen durchzusetzen. Leider ist diese Annahme in den wenigstens Fällen richtig.  Weiterhin stimmt es, dass die Probleme, mit denen Bordis zu kämpfen haben, auch bei nicht betroffenen Menschen auftreten. Jeder ist mal traurig, von Gefühlen übermannt und erleidet Trennungsschmerz, hat Angst, fühlt sich unverstanden oder schämt sich.  Der Leidensdruck macht aber die Krankheit.   Während gesunde Menschen angemessene Techniken haben, diese Probleme zu überwinden, fühlt der Borderliner sich überfordert und leidet. Sie wissen einfach nicht, was zu tun ist oder wie sich verständlich machen können. Und das ist das Problem!   Das Verhalten von Bordis ist meist impulsiv und in Existenzängsten begründet (ob real oder in der Vorstellung ist hierbei unerheblich).  Sie befinden sich plötzlich in einer Situation, mit der sie nicht umgehen können und handeln, gesteuert von Emotionen, rationales Denken ist meist nicht mehr möglich.  Der Bordi sieht sich nicht in der Lage sein Verhalten zu kontrollieren und ist danach darüber beschämt. Die Scham schürt das Feuer weiter, Selbsthass entsteht und der Leidensdruck wird größer. Das Handwerkszeug den emotionalen Schmerz in angemessener Form zu verarbeiten ist dem Betroffenen nicht mitgegeben.  Sie können nicht einfach aus der Situation raus, einfach was ändern, sich anders verhalten, die Dinge von einer anderen Perspektive sehen.  Auch wenn Bordis oft von Gefühlen und Emotionen übermannt scheinen, haben sie Schwierigkeiten diese wirklich zu fassen. Es fehlt die Fähigkeit Gefühle differenziert zu benennen. Sie sind in einem Gefühlschaos, voll von Emotionen, wissen aber nicht was diese sind, oft können sie gerade mal beschreiben, dass es positive oder negative Gefühle sind und selbst hierbei sind sie unsicher.  Zusammenfassend kann man sagen, dass es DEN Borderliner als Prototyp nicht gibt. Borderlinepersönlichkeiten sind genau so individuell, wie alle anderen Menschen auch.

 

 


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