Byzanz und Westeuropa im Vergleich | Politik
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ᐅ Byzanz und Westeuropa im Vergleich | Politik

Byzanz und Westeuropa im Vergleich | Politik

Politik und Kirchenämter waren eng miteinander verflochten.

Dies zeigt sich besonders an den enormen Geldbeträgen die für die Tätigkeit der Geistlichen sowie der Politiker erforderlich waren.

Die meisten hochrangigen Würdenträger lebten im Luxus. Manche Priester und Bischöfe erkauften sich sogar ihre Ernennung. Bestechung war auch eines der Mittel wodurch Kirchenführer maßgeblich beeinflusst werden konnte.

Als Beispiel kann man Kaiserin Zoë erwähnen die ihren Mann Romanos III.  ermorden ließ und ihren Liebhaber Michael IV. , der ihm auf den Thron folgen sollte, heiraten wollte. Durch großzügige Geschenke an damals amtierenden Patriarchen Alexios wurde ihr Wunsch erfüllt.

“In der Geschichte des Byzantinischen Reichs gab es Zeiten, da der Kaiser bei der Wahl des Patriarchen von Konstantinopel von seinem faktischen Ernennungsrecht Gebrauch machte. Dann konnte niemand gegen den Willen des Kaisers Patriarch werden oder lange bleiben. In den meisten derartigen Fällen ging es darum, einen möglichst nachgiebigen Mann ins Patriarchenamt zu erheben. [...] Gemäß dem Buch “The Byzantines” versprach ein Patriarch dem Kaiser sogar schriftlich, alles zu tun, was er verlange, ganz gleich wie ungesetzlich, und alles zu vermeiden, was ihm missfalle.” [2]

Erfüllte ein Patriarch nicht die Wünsche eines Kaisers konnte durch Druck oder ein Synodenurteil seine Absetzung verlangt werden.

(Erklärung Synode: beratende, beschließende und gesetzgebende Versammlung von Bischöfen in einem Konzil, Defintion gemäß Duden)

Ein Kaiser saß auch Kirchenkonzilen vor, formulierte Glaubensartikel, befahl die Hinrichtungen von Ketzern und verschaffte Kirchengeboten Geltung. Grundsätzlich behielt sich der Kaiser das Recht vor, über Glaubensansichten zu bestimmen, und verlangte von der Kirche, sich seinem Willen zu unterwerfen.

Auch in Westeuropa empfing ein Herrscher die Kaiserkrone von einem geistlicher Herrscher, in diesem Falle der Papst. Die Königswürde war keine Angelegenheit der Kirche, sondern wurde durch Wahl der bedeutendsten Fürsten des Reiches verliehen. Papst und Kaiser hatten eigene Gewaltbereiche, keiner verfügte über den ganzen Herrscherbereich.

“Die Bischöfe verdankten ihr Amt [...] den Königen, die sich die Kinderlosigkeit der Kleriker zu Nutze machten, weil die ihnen übertragenen Rechte beim Tod des Amtsinhabers wieder an die Könige zurückfielen. Die Bischöfe wiederum revanchierten sich mit treuen Diensten auch und grad bei weltlichen Aufgaben.” [3]

In beiden Herrschaftsbereichen waren enge Verknüpfungen von Kirche und Staat vorhanden, die zu großen Auseinandersetzungen, Staatsverbrechen und politischen Krisen führten. Erst durch eine Verweltlichung des Staatswesens wurden die Verknüpfungen zwischen Staat und Kirche durchlässiger.

Die grundsätzlichen, ideologischen Hintergründe waren in groben Zügen ähnlich. Unterschiede herrschten vor allem in der praktischen Ausführung.


Zitatquellen:

[2] http://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/2002122

[3] Zeit für Geschichte Band 5 G8, Schroedel | S. 101 - Kirche und Staat in Europa


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Scoyo

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