Das historische Vorbild der römischen Aquädukte
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ᐅ Das historische Vorbild der römischen Aquädukte

Das historische Vorbild der römischen Aquädukte

Der Segen der Aquädukte
Es ist bekannt, dass die Römer mit ihrem System der Wasserleitungen etwas Wegweisendes leisteten. Indem Sie Aquädukte anlegten, die das Wasser der umliegenden Gebirgsquellen in die Weltstadt hineinführten (der Begriff Aquädukt wird aus den Bestandteilen aqua = Wasser und ducere = führen gebildet), konnten die Römer das Problem der Wasserknappheit beheben. Zumindest die Villen der reicheren Römer erfuhren eine Wasserversorgung, die durch die Form der öffentlichen Badeanstalten auch den breiten Volksmassen etwas bieten konnte. Zudem kam das Wasser der römischen Kanalisation zugute, die sich in der Blütezeit des Römischen Imperiums auf einem Niveau befand, das erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den entwickeltsten europäischen Staaten wieder erreicht werden konnte. Wie stark die Weltstadt Rom, die in der Antike phasenweise bis zu zwei Millionen Menschen beherbergte, von der Wasserversorgung abhing, lässt sich gut an den Folgen der Völkerwanderung ablesen. Als infolge der schweren verlustreichen Kämpfe gegen die ins Reich drängenden Völker wie der Vandalen und der Goten die römische Wasserversorgung gekappt wurde, sank die Bevölkerung der einstigen Weltstadt binnen weniger Jahre auf nur noch 5.000 Einwohner, die irgendwo in den Winkeln der von Seuchen und Räuberbanden heimgesuchten Geisterstadt um ihr Überleben kämpften. Über viele Jahrhunderte war die gespenstische Silhouette der zerfallenden einstigen Weltstadt den Menschen des Frühmittelalters Mahnmal und Symbol zugleich, dass es weit vor ihrer Zeit eine Kultur gegeben hatte, die der eigenen doch so unendlich überlegen gewesen war.

Das persische Vorbild
Vielen Menschen gelten die Römer als die eigentlichen Erfinder der Aquädukte. Doch ist diese Einschätzung historisch falsch. Die Römer haben zwar mit ihrem System der Wasserversorgung durch ihre Konsequenz, Monumentalität und Raffinesse gewisse Maßstäbe gesetzt. Doch wie in der Kunst, Architektur und anderen Feldern der Kultur gegenüber den Griechen orientierten sie sich auch im System der Wasserversorgung zunächst an historische Vorbilder, deren Ideen sie anwandten und produktiv auf die eigenen Verhältnisse übertrugen. In diesem Kontext waren die Griechen nicht die einzigen Vorbilder Roms, deren Lebenswelt der miteinander rivalisierenden Poleis mit der römischen eines zusammenhängenden und bürokratisch verwalteten Großstaats nicht viel zu tun hatte. Hier war die wesentlich ältere Kultur der Perser für die Römer gewissermaßen die Blaupause. Die Römer lernten von den Persern ein ähnlich großes Staatsgebilde zu leiten und zu verwalten. Mit dem System der Qanaten wandten die Perser Jahrhunderte vor den Römern ein funktionierendes System der Wasserversorgung an. Ebenso wie die Römer und aufgrund ihrer Wüstenlage eher noch mehr waren die Perser auf Wasser existentiell angewiesen. Wasser war die Bedingung dafür, dass sich das persische Volk überhaupt in den Wüsten halten und eine solche Kultur aufbauen konnte, wie sie mehr als 2.000 Jahre fortbestand.

Das System der Qanaten
Noch heute sind im Gebiet des heutigen Irans rund 37.000 Quanate erhalten. Historiker schätzen die Anzahl der Qanate im alten Persien auf rund 50.000. Mit Qanaten werden die zahlreichen Brunnenanlagen Persiens bezeichnet, die von
Wasserquellen aus den Bergen gepeist wurden. Das Prinzip war ebenso simpel wie genial: Die angezapften Wasserquellen werden auf einem künstlichen Weg zu den Menschen umgeleitet. Dafür, dass das Wasser auch floß und am Zielort ankam, sorgte ein leichtes Gefälle. Es war dieselbe Idee, die bei der römischen Wasserversorgung der Garant für ihre Funktionsfähigkeit war.

Warum Qanate und Aquädukte so wenig in einen Zusammenhang gebracht werden
Noch heute wirken die gigantischen Torbögen der Aquädukte gigantisch, über die das Wasser aus den Gebirgen einst zu den Städten des Imperiums geführt wurde. Ähnliche architektonische Bauwerke speziell für die Wasserversorgung hat es bei den Persern nie gegeben. Die Perser führten ihre Gebirgswasserquellen ausschließlich unterirdisch zu den Zielorten. Das Wasser landete in den zahlreichen Brunnenanlagen der persischen Wüste, wo es von den Bürgern zur Körperpflege und Bewässerung verwendet werden konnte. Doch auch wenn wir die entsprechenden Monumentalbauten bei den Römern mit ihrem System der Wasserversorgung in Verbindung bringen, so sind diese Arkadenlandschaften nur die spektakulärsten Beispiele ihres Systems der Wasserversorgung. Zwar nicht ausschließlich, wohl aber mehrheitlich haben auch die Römer ihre Wasserversorgung unterirdisch angelegt, wo das Wasser am besten vor Verkeimung und Anschlägen geschützt war und wo massive Baukosten eingespart werden konnten. Insgesamt handelte es sich bei dem Anteil der römischen Wasserversorgung, die oberirdisch verlief, nur um einen Anteil von rund einem Fünftel. Am wesentlichsten bei diesem Vergleich ist aber die bei beiden Völkern praktizierte Grundidee der Wasserzuführung durch ein Gefälle. Davon sollten unterschiedliche Ausformungen bei beiden Völkern nicht ablenken.

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