Gedichtinterpretation Dagmar Hilarova : Liebe
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ᐅ Gedichtinterpretation Dagmar Hilarova : Liebe

Gedichtinterpretation Dagmar Hilarova : Liebe

Diese Interpretation hat mir die Note 1 gabracht (Realschule)

Gedichtinterpretation Dagmar Hilarova : Liebe

Die Autorin Dagmar Hilarova(geb. 1928 in Prag/ ges. am 1.Juli 1996 in Prag) schrieb in der Zeit des Nationalsozialismus viele Gedichte. Diese wurden in mehrere Sprachen übersetzt und einige sogar von 7 Komponisten vertont. Mit 14 Jahren wurde sie in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo sie im Bereich Gesundheitswesen arbeitete. Dort kam ihr 1944 also mit 16 Jahren auch der Einfall für ihr Gedicht „Liebe“. Das Gedicht handelt von einer ungewöhnlichen Liebe im Konzentrationslager Theresienstadt. Daraus und aus dem Titel lässt sich wohl auch leicht erschließen, dass es sich bei der Textsorte um ein Liebesgedicht handelt.

Dass jedoch jegliche Annäherung die über ein Gespräch hinaus ging untersagt war, zeigt sich auch in der Form des Gedichts.

So hat Dagmar Hilarovas Gedicht „Liebe“ 10 Strophen zu einer unterschiedlichen Versanzahl. Strohe 1 beinhaltet 9 Verse. Nur noch 7 Verse enthalten die zweite und die siebte Strophe. Wiederum einen Vers mehr und damit 8 Verse weisen die dritte und die fünfte Strophe auf. Die vierte und die achte Strophe hingegen bestehen wieder nur aus 6 Versen. Fast schon am geringsten ist die Versanzahl der sechsten und neunten Strophe, mit nur 5 Versen. Es gibt jedoch noch eine zehnte und letzte Strophe, die seltsamerweise nur einen Vers aufweist. Das Gedicht weist weder Kreuzreime, noch Paarreime, geschweige denn umarmende Reime auf. Die Frage ist jedoch, warum es keines dieser Reimschemen aufweist. Wäre es nicht allzu treffend gewesen, Kreuzreime zu verwenden? , da das Gedicht in einem Konzentrationslager entstand. Nein, denn immerhin ist es ein Liebesgedicht, trotz dessen, dass es in einem Konzentrationslager geschrieben wurde und dies eine Assoziation für den Tod ist. Die Liebe ist ein Symbol für das Leben und sie erhielt auch das Leben von Dagmar Hilarova im Konzentrationslager Theresienstadt. Ebenso unpassend wären Paarreime im Bezug darauf, dass sie sich auf dem Transportsammelplatz im Konzentrationslager kennen lernten und nie ein richtiges Paar sein konnten, denn diese Freiheit war ihnen genommen, Liebe musste heimlich stattfinden und durfte nicht über ein Gespräch hinausgehen. Umarmende Reime wären in Anbetracht der Situation der ungewöhnlichen Liebe ebenso unzutreffend, da dem jungen Paar sicherlich nie die Gelegenheit zu einer Umarmung fand, denn auch diese war verboten. Das Reimschema des Gedichts lautet in der ersten Strophe a, b, c, d, e, a, f, g, h. In der zweiten Strophe wie folgt i, j, k, j, l, m, n. Strophe drei weist das Reimschema o, p, q, r, s, t, n, u auf. v, w, x, o, y, z ist das Reimschema der vierten Strophe. Das Reimschema a‘, a, b‘, a‘, c‘, d‘, a‘, e‘ zeigt die fünfte Strophe. In der sechsten Strophe lautet das Reimschema wiederum a‘, f‘, g‘, h‘, i‘. Strophe sieben weist das Reimschema d, j‘, e‘, k‘, l‘, m‘, n‘ auf. o‘, e, p‘, g‘, e, e ist das Reimschema der achten Strophe. Zum Schluss noch das Reimschema der neunten und zehnte Strophe. In der neunten Strophe zeigt es a, b, a‘, r‘, s‘ und in der zehnten t‘.

Wer im Genauen mit den zwei Liebenden gemeint ist, wird nur bis zu einem gewissen Teil deutlich. Denn nur eine der beiden Personen wird beim „Namen“ genannt, nämlich CV190 die ebenso Dagmar Hilarova als auch der geheimnisvolle Geliebte sein könnten. Des Weiteren treten in diesem Gedicht nur die im Singular stehenden Personalpronomen „deiner“, „ich“,  „er“, „mir“, „sich“ und die im Plural stehenden Personalpronomen „wir“, und  „unsere“ auf. Diese haben eine sehr allgemeine Verwendung und bringen damit zum Ausdruck, dass mit diesem Gedicht jeder zum Nachdenken angeregt werden soll. Darüber, wie glücklich man sich heute schätzen kann, frei zu sein, lieben zu dürfen, ohne verurteilt zu werden, dahin gehen zu können, wo man will. Ansonsten weist das Gedicht noch zwei weitere Personen auf, doch diese sind mehr nebensächlich als wichtig für die Interpretation der Personen des Gedichts. Ihre Namen lauten „Wolker“ und „Hus“. Das Geschehen des Gedichts spielt sich auf dem Transportsammelplatz im Konzentrationslager Theresienstadt ab(Strophe 3, Vers 2). Das Gedicht muss wohl um 1944 spielen, da es von Dagmar Hilarova mit 16 Jahren geschrieben wurde und diese 1928 geboren wurde. Um was es sich bei dem Geschehen in diesem Gedicht handelt ist nicht schwer herauszufinden. Es geht um die 16jährige Dagmar Hilarova und eine ungewöhnliche erste Liebe im Konzentrationslager Theresienstadt, die durch die eingeschränkte Freiheit schon bei der ersten Begegnung befremdend wirkt, im Vergleich zu einer heutigen ersten Liebe.

Es liegt bei der Wahl des Gedichtstitels ebenso nahe, dass es sich in diesem Gedicht, wie bereits erwähnt um die Liebe handelt.

So wurde von Dagmar Hilarova der Titel „Liebe“ gewählt. Dieser Titel passt meiner Meinung nach sehr gut zum Inhalt des Gedichts, da es sich eben ausschließlich um die Liebe und die damit verbundene „Freiheit“ und die Gefühle handelt. Grammatikalisch besteht der Titel aus nur einem einzigen Wort, welches ein Nomen ist, „Liebe“. Ebenso deshalb ist der Titel treffend gewählt, denn Liebe ist allumfassend und unendlich. Damit dass sie nur das Nomen Liebe verwendet bringt Dagmar Hilarova zum Ausdruck, dass Liebe keine Grenzen kennt und sogar in einem Konzentrationslager möglich ist. Außerdem kann es unglückliche, unsterbliche und so viele Arten von Liebe geben, mit dieser Auswahl de Titel gibt Dagmar Hilarova vor dem Lesen des Gedicht dem Leser ein Rätsel auf, um was für eine Liebe es sich handelt und regt damit zum Lesen an. Si hätte ebenso gut noch ein Adjektiv oder sonstiges vor das Nomen Liebe setzen können, doch das hat sie nicht getan.

In der ersten Strophe, die in diesem Gedicht allem Anschein nach nicht die klassische Einleitung ist, sondern meiner Meinung nach schon zum Hauptteil gehört, beschreibt Dagmar Hilarova die Schönheit der ersten Liebe einer 16jährigen, die außer dichten grauen Wänden nichts kennt und keine Freiheit besitzt. Sie überwindet die schreckliche, grausame Welt, dringt durch die Einsamkeit, steigt empor, um die Freiheit zu sehen und zu spüren. Strophe zwei, die meiner Meinung nach in diesem Gedicht die Einleitung repräsentiert geht es um die erste Begegnung der beiden Liebenden und darum, dass sie nicht die Freiheit besitzen irgendetwas gemeinsam zu unternehmen. Mit der dritten Strophe beginnt der Hauptteil und sie  birgt erneut die erste Begegnung, doch diesmal etwas detaillierter. Im Gegensatz zu einem regulären ersten Date, bei dem man bestenfalls eine Handtasche bei sich trägt und sich ein Geschenk mitbringt, steht er mit leeren Händen vor ihr und beide tragen einen hochgetürmten Rucksack bei sich, mit ihren wichtigsten Habseligkeiten. Die vierte Strophe erklärt Dagmar Hilarovas Ansicht des Lebens einer 16jährigen. Sie sucht Veilchen unterm Schnee, welche wohl für die Hoffnung und ihre Träume stehen, sie sing sich zu Tränen und für sie ist 16 ein  lächerliches, aber unumgehbares Alter. Der Inhalt der fünften Strophe beschreibt zu einem kleinen Teil Dagmar Hilarovas Aussehen, ihre Lippen wie Zichorienpapier und ihre Augen unterm Hungerschleier, sie fragt sich, was er an ihr findet, und küsst ihren ersten Kuss. In der sechsten Strophe beschreibt sie, wie sie sich herauszuputzen versuchen und dabei die ungewöhnlichsten Modelle entstehen. Blusen aus Handtüchern, Schoßen aus Decken, und wieder fragt sie sich, was er an ihr findet. Strophe sieben zeigt, wie Dagmar Hilarova sich ihr Leben vorstell, geradezu erträumt. Sie will leben wie Wolker, sterben wie Hus, Flammen durchschreiten, Ozeane hinausschreien, Blitzen die Richtung weisen und nicht nachgeben, doch nichts von all dem ist ihr möglich. Der Höhepunkt, sofern in diesem Gedicht einer vorkommt, liegt meiner Meinung nach in der achten Strophe. Hier wird kurz und knapp, mit wenigen Worten die Lebenssituation im Konzentrationslager beschrieben und gleichzeitig der Wunsch und die Sehnsucht nach Freiheit. Das Ghetto ist ruhig, es herrscht angstvolles Schweigen und vor seinen Toren liegt die Freiheit, unerreichbar und verkrüppelt, Freiheit ohne Freiheit. Der Inhalt der neunten Strophe ist zum Teil eine Wiederholung dessen, was Dagmar Hilarova in der ersten Strophe erzählt, sie entflieht den Schmerzen und dem Grauen im Konzentrationslager, klimmt auf dem Regenbogen seiner Augen empor, stürmt Sternenbastionen und findet dabei Trost. Nur zwei Worte und damit auch nur einen Vers enthält die zehnte und letzte Strophe, Dagmar Hilarova sagt in ihr einfach kurz und knapp: „Ich liebe“.

Nun komme ich zur genauen Personenanalyse, zu der ich bereits im allgemeinen Inhalt kurze Andeutungen gemacht habe.

In Dagmar Hilarovas Gedicht, das den Titel „Liebe“ trägt gibt es genau zwei Hauptpersonen, bei denen es sich um ein Liebespaar handelt. Das Geschehen wird aus der Sicht und von der Autorin Dagmar Hilarova berichtet. Auffälig dabei ist, dass nur eine der beiden Personen beim Namen genannt wird, doch dieser ist noch nicht einmal ihr wirklicher Name, denn im Konzentrationslager wird einem nicht nur jegliche Freiheit sondern auch die Selbstständigkeit und die eigene Person genommen. Ich beginne mit CV190, der vermutlich der unbekannte Freund von Dagmar Hilarova ist. Seine Augen verführen sie, sie bilden einen Regenbogen auf dem sie empor klimmt. Er begegnete ihr auf dem Transportsammelplatz im Konzentrationslager Theresienstadt, dabei trug er gerade einen hoch getürmten Rucksack und Proviant. Die Rosen hatte er vergessen.  Die beiden hatten den gleichen Weg. Mehr als dies gibt es über den geheimnisvollen Geliebten leider nicht zu sagen, desshalb komme ich nun zu Dagmar Hilarova. In ihrem Gedicht ist sie gerade 16 Jahre alt und zum ersten Mal verliebt. Sie klimmt auf dem Regenbogen seiner Augen empor und überwindet Weltenfernen. Mit geschlossenen Augen dringt sie durch dioe Einsamkeit. Sie sucht Veilchen unterm Schnee, singt sich zu Tränen, trauert, aber weis nicht worum, 16 ist für sie einfach ein  lächerliches Alter. Ihre Augen sind verborgen unter einem Hungerschleier, ihre Lippen sind frisch gelogen und dünn wie Zichorienpapier, sie küsst ihn, es ist ihr erster Kuss. Die beiden entwickeln ihre eigenen Kleider aus Handtüchern und Decken, um sich schick zu machen. Dagmar will leben wie Wolker, sterben wie Hus, Flammen durchschreiten, Ozeane hinausschreien, Blitzen die Richtung weisen und nicht nachgeben. 

 


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