Gedichtinterpretation "Kleine Auseinandersetzung“ von Mascha Kaléko
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ᐅ Gedichtinterpretation "Kleine Auseinandersetzung“ von Mascha Kaléko

Gedichtinterpretation "Kleine Auseinandersetzung“ von Mascha Kaléko

Es gab keine Note (war eine Hausaufgabe). Ich habe aber immer etwas zwischen 1 und 1,5 für meine Gedichtinterpetationen bekommen (Realschue).
Dies war 2008 das Prüfungsgedicht für die Realschule (Baden Württemberg).

Gedichtinterpretation Prüfungsgedicht 2008- „Kleine Auseinandersetzung“

 

Die jüdische Autorin Mascha Kaléko(geb.1907/ges.1975) schrieb in der Zeit der Weimarer Republik bis zur Nachkriegszeit viele Gedichte über Liebe, Abschied, Einsamkeit, finanzielle Nöte, Sehnsucht und Traurigkeit. 2002 wurde in Reinbek im rororo (Rowohlt) Verlag  in dem Buch „Das lyrische Stenogrammheft“  ihr Gedicht „kleine Auseinandersetzung veröffentlicht. In diesem hier vorliegenden Liebesgedicht geht es um die Kraft der Worte und was ein verletzendes Wort bewirken kann. Es kann eine Beziehung wie diese hier von dem einen zum anderen Moment schleichend beenden und nagt immer noch an einem.

Dass die Beziehung zweier Menschen durch einen Streit in die Brüche gerät, zeigt sich auch in der Form des Gedichts.

So hat Mascha Kalékos Gedicht „Kleine Auseinandersetzung „ fünf Strophen zu je vier Versen. Strophe eins bis vier sind in umarmenden Reimen aufgebaut. Deshalb lautet das Reimschema der ersten Strophe  a, b, b, a. In der zweiten Strophe lautet das Reimschema c, d, d, c. Das Reimschema der Strohe drei ist e, f, f, e. G, h, h, g ist das Reimschema der vierten Strophe. Die fünfte Strophe hat das Reimschema i, j, i, j und ist somit als Kreuzreim aufgebaut. Auffällig ist, dass das Gedicht bis Strophe vier umarmende Reime aufweist und in der fünften und letzten Strophe zu Kreuzreimen übergeht. Dies erklärt sich wohl damit, dass das Gedicht zu Anfang von einem Paar handelt, das sich streitet. Zuerst ist das Paar noch in einer Umarmung, aber die Harmonie schwindet. Je mehr sich die beiden Partner über die Situation klar werden, desto weiter entfernen sie sich voneinander. Die Umarmung löst sich langsam Stück für Stück auf. Die nun in Strophe fünf auftretenden Kreuzreime lassen sich wohl dadurch deuten, dass hier das fatale Ende kommt. Die „Beziehung“ ist wohl endgültig in die Brüche gegangen. Sie wurde sprichwörtlich an den Nagel gehängt, die „Beziehung“ wurde gekreuzigt.  Kreuzreime sind deshalb so treffend, da auch ein Kreuz Nägel trägt und es für den Tod steht. Die „Beziehung“ ist gestorben. Paarreime hätte man ebenso verwenden können, da es sich scheinbar um die zerbröckelnde Liebe eines „Paares“ handelt.  Sie wurden aber nicht verwendet, da das ehemals wohl „glückliche“ Paar sich bereits in Strophe eins aufzulösen beginnt.

Wer im Genauen in diesen Streit geraten ist, kann man dem Text nicht entnehmen. Für beide werden ausschließlich die Personalpronomen „du“(Strophe 1, Vers 1) und „ich“(Strophe 3, Vers 2). Mit dieser allgemeinen Personenbezeichnung wird ausgedrückt, dass diese Situation des Streits jeden treffen kann.  Wo sich das Gedicht abspielt lässt sich aus dem Text leider nicht erschließen, daraus lässt sich schließen, dass diese Situation nicht nur jedem begegnen kann, sondern auch zu jeder Zeit an jedem Ort. Zu welcher Zeit also wann das Gedicht genau spielt lässt sich auch nur daraus erschließen, dass in Strophe vier, Vers eins das Wort „Abend“ verwendet wird. Somit muss sich das Geschehen irgendwann morgens oder nachmittags abgespielt haben, da sie abends bereits alleine ist.  Worum es sich bei dieser Geschichte handelt, also das was, ist nicht schwer zu beantworten. In diesem Gedicht geht es eindeutig darum, dass jemandem ein böses Wort entschlüpft, welches besser in seinen Gedanken geruht hätte und das er vor niemandem hätte aussprechen sollen. Dieses böse Wort lässt sich nun nicht mehr zurücknehmen, es nagt an der Seele, es mach sprachlos und lässt einem in die Einsamkeit flüchten, eine bestehende Beziehung gerät in die Brüche.

Es liegt bei der Wahl des Gedichtstitels nahe, dass es sich um eine „kleine“ Auseinandersetzung, also einen Streit handelt.

So wurde von Mascha Kaléko die Gedichtsüberschrift „Kleine Auseinandersetzung“ gewählt. Dieser Titel passt meiner Meinung nach sehr gut zum      Inhalt des Gedichtes,  steht die „kleine“ Auseinandersetzung im Zentrum des Geschehens. Grammatikalisch besteht der Titel aus einem Adjektiv(„Kleine“) und einem Nomen(„Auseinandersetzung). Das Adjektiv „Klein(e)“ zeigt, dass es sich eigentlich nur um eine „kleine“ Auseinandersetzung handelt, die aber dennoch verheerende Folgen hat. Mit dem Nomen „Auseinandersetzung“ wird erst klar, dass es sich um einen Streit handelt bei dem die Folge eine „vorläufige“ Trennung ist.

In der ersten Strophe, die die klassische Einleitung repräsentiert, beginnt es damit, das ein kleines Wort bereits ausgesprochen ist(Strophe 1,Vers 1). Dieses Wort kann die Person, ob sie es nun will oder nicht, leider nicht zurücknehmen(Strophe 1, Vers 2). Der zweiten Person, die durch dieses kleine Wort unschwer zu erkennen verletzt wurde, geht es nun nicht mehr aus dem Kopf. Scheinbar kann sie nicht verstehen, was hier passiert ist. Das Wort geht mit ihr spazieren und nagt an ihrer Seele(Strophe 1, Vers 3 und 4), da sie einfach nicht vergessen kann und die Situation wohl erste einmal verstehen muss. Auch die zweite Strophe gehört noch zur Einleitung.  Hier liegt der Ursprung des ausgesprochenen „kleinen“ Wortes. Es reift zuerst im Herz und im Hirn heran und ist nur ein Gedanke, ein Gefühl das ausgesprochen werden will aber noch im Stillen verwahrt bleibt(Strophe 2, Vers 1). Solange dieser Gedanke nicht ausgesprochen wird, dem Gefühl kein Ausdruck verliehen wird, solange ist der Gedanke, das Gefühl dem anderen fremd und da es nur denkt und nicht ausspricht, ist es einem nur im Stillen nahe(Strophe 2, Vers 2). Das Wort das sich aus diesem Gedanken, aus diesem Gefühl formt, es schläft, es ist da, aber es wird nicht ausgesprochen, die Lippen verhüllen es, wie eine schützende Mauer(Strophe 2, Vers 3).  Wenn das Gefühl dann aber überhand nimmt, der Gedanke immer größer und stärker wird, dann lässt er sich nicht mehr halten und im unpassendsten Moment entschlüpft einem das böse Wort, ohne dass man es wollte. Was es hinterlässt ist nur Verwirrung, da man im ersten Moment gar nicht versteht, was jetzt gerade eben passiert ist und warum es passiert ist(Strophe 2, Vers 4). Mit der dritten Strophe beginnt gleichzeitig der Hauptteil. Hier wird zuerst einmal hinterfragt, was es denn überhaupt war, was zum Streit führte. Es wird überlegt, ob dieses „kleine“ Wort wirklich so verletzend war. Eigentlich war es doch ein Nichts, welches auch nichts hätte verändern dürfen. Es war nur ein dummes Wort, doch Worte sprechen so manches Mal mehr als Taten(Strophe 3, Vers 1). Es war nur ein kurzer Augenblick, in dem das Wort ausgesprochen wurde, doch es war gewichtig. Es herrscht betroffenes Schweigen und es verletzt sehr tief, es sticht in das Herz(Strophe 3, Vers 2). Dem Gegenüber bleibt die Sprache aus, er ist sprachlos. Er muss solche Situationen wohl häufiger erlebt haben, da es heißt: „ In solchen Fällen..“(Strophe 3, Vers 3). Scheinbar kann die Person manchmal in solchen Fällen noch sprechen, aber wohl nur sehr selten und dieses Wort war wohl zu verheerend. Weil die Person nicht weiß was sie nun machen soll, entscheidet sie sich für die Flucht(Strophe 3, Vers 4). In der vierten Strophe haben sich die beiden Personen bereits getrennt, sie sind allein. Es gibt keine gemeinsamen Abende mehr, jeder Abend wird wie der andere sein, leer(Strophe 4, Vers 1). Die Person kann nichts anderes tun als Schweigen, dennoch sieht sie darin keinen Sinn. Sie möchte wohl ein neues Leben beginnen, doch sie weiß nicht, womit das Enden wird, sie kann keinen klaren Gedanken fassen, ihr Beginnen ist ziellos, sie rennt ins Leere(Strophe 4, Vers 2).  Nun hat die Person keinen gemeinsamen Zeitvertreib mehr. Sie weiß nicht, was sie mit ihrer freien Zeit anfangen soll, sie rinnt ihr leer durch die Finger(Strophe 4, Vers 3).  Die Person fühlt sich einsam und alleingelassen und sie weiß, dass es auch so ist, ohne ihr Gegenüber ist sie allein und genau deshalb ist ihre Zeit leer und rinnt durch die Finger, weil sie einsam ist und niemanden mehr hat, mit dem sie die Zeit gemeinsam verbringen kann(Strophe 4, Vers 4). Mit der fünften Strophe beginnt der Schluss. Die Person ist sich noch immer nicht im Klaren darüber, ob dies das endgültige Ende ist. Sie denkt bereits daran, wie das Ende aussehen könnte, welche Folgen es für sie hat(Strophe 5, Vers 1) und wird dabei langsam zum Pessimist(Strophe 4, Vers 2). Sie kann sich also nicht mehr vorstellen, dass es noch ein gutes Ende haben könnte. Ihre Lebenseinstellung hat sich geändert,  sie erwartet nur noch das Schlimmste davon wie es weitergehen soll. Sie kann nur noch das Schlechte an dem Ende sehen, sie kann keine guten Seiten mehr daran finden. Für sie ist es endgültig aus, es ist das Ende. Es waren nur ein paar kleine Silben, doch sie können sehr kränken(Strophe 5, Vers 3). Nun fragt sich die Person, ob dies wohl das letzte Wort gewesen ist(Strophe 5, Vers 4), ein „kleines“ böses Wort und gleichzeitig das Ende.

Ich komme nun zur Personenkonstellation des Gedichts.

In Mascha Kalékos Gedicht das den Titel „kleine Auseinandersetzung“ trägt ist die Hauptperson wohl die zutiefst durch das „kleine“ böse Wort Verletzte. Bezüglich der Personenkonstellation handelt es sich bei Kalékos Gedicht wohl um ein Liebespaar, welches kurz vor einem Beziehungsende steht. Das Geschehen wird aus der Sicht der gekränkten Person berichtet. Auffällig ist, dass beide nicht beim Namen genannt werden und man im Gedicht nur von „du“(Strophe 1, Vers 1) und „ich“(Strophe 3, Vers 2) spricht. Dies soll zeigen, dass eine solche Situation jeden treffen kann.  Ich beginne mit der gekränkten Person.  Ob es sich bei der gekränkten Person um einen Mann oder eine Frau handelt ist nicht zu erschließen.  Jedenfalls ist dem Gegenüber der Person ein kleines Wort entschlüpft(Strophe 1, Vers 1), welches sich nicht mehr zurücknehmen lässt. Die gekränkte Person kann nun aber nicht verstehen, warum ihr Gegenüber das gesagt hat. Sie versteht denn Sinn dieses Wortes nicht und wie es dazu kommen konnte. Sie macht sich Gedanken darüber, aber das Wort geht ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf, sie kann es nicht vergessen. Offenbar macht sie einen Spaziergang um es zu vergessen, doch es bleibt in ihren Gedanken. Es geht mit ihr spazieren und nagt an ihrer Seele(Strophe 1, Vers 3 und 4). Es wäre ihr lieber, wenn ihr Gegenüber das verletzende Wort nie ausgesprochen hätte, wenn es ihr einfach fremd geblieben wäre(Strophe 2, Vers 2). Doch es ist ausgesprochen und Beiden reifen nun neue Gedanken und Gefühle in Herz und Hirn, doch sie wollen sie nicht aussprechen. Sie sollen dem anderen fremd bleiben und ihnen selbst nur nah im Stillen(Strophe 2, Vers 1 und 2). Als es ausgesprochen wurde, hat es bei ihr nur Verwirrung hinterlassen(Strophe 2, Vers 4), da sie wie gesagt nicht verstehen kann, warum ihr Gegenüber das gesagt hat, was der Sinn davon ist und wie es dazu kommen konnte. Wie sie so zu vergessen versucht fragt sie sich, was es doch gleich noch einmal war(Strophe 3, Vers 1), was ihr Gegenüber gesagt hat und ob es wirklich so gewichtig war, dass es zu einer „vorläufigen“ Trennung führen sollte. Es wird ihr klar, dass es eigentlich „nur“ ein dummes Wort war(Strophe 3, Vers 1). Doch das Wort war schmerzhaft, es war schnell gesagt, bei Beiden herrschte ein Schweigen und die gekränkte Person fühlt den stechenden Schmerz des Wortes(Strophe 3, Vers 2). In dem Moment als das Wort ausgesprochen wird, bleibt ihr die Sprache aus, sie ist sprachlos. Solche Fälle müssen ihr häufiger passiert sein, denn es heißt, in solchen Fällen kann sie selten sprechen(Strophe 3, Vers 3) und dieser Fall war wohl ein solcher, in dem sie nicht sprechen kann. Deshalb läuft sie davon(Strophe 3, Vers 4). Jetzt da sie keinen Menschen mehr hat, mit dem sie ihre gemeinsame Zeit am Abend verbringen kann, wird jeder Abend wie der andere sein. Kein Abend ist mehr etwas besonderes, auf den sie sich freuen kann, weil sie die Zeit mit jemand geliebten verbringt. Ihre Abende sind alle gleich(Strophe 4, Vers 1), trostlos und leer. Sie schweigt darüber was geschehen ist, sie kann es sich selbst nicht eingestehen. Doch sie hält ihr Schweigen für sinnlos(Strophe 4, Vers 2), eigentlich weiß sie wohl, dass es besser wäre, es sich einzugestehen und darüber zu reden. Sie versucht ein neues Leben ohne ihr Gegenüber zu beginnen, doch sie weiß nicht, wo das hinführt. Ihr beginnen ist ziellos, es endet in der Leere die ihr Gegenüber hinterlassen hat. Da sie nun keinen Zeitvertreib mehr hat und niemanden, mit dem sie ihre gemeinsame Zeit verbringen könnte, weiß sie nicht, was sie mit der freien Zeit anfangen soll. Wenn sie die Zeit nicht nutzt, rinnt sie ihr leer durch die Finger(Strophe 3, Vers 3). Ohne ihr Gegenüber weiß sie sich allein(Strophe 3, Vers 4), sie fühlt sich einsam und sie weiß, dass ihr die Zeit durch die Finger rinnt(Strophe 3, Vers 3), wenn sie sie nicht mit ihrem Gegenüber verbringen kann.  Sie weiß nicht, ob das das endgültige Ende ist, doch sie denkt daran, wie das Ende sein könnte(Strophe 5, Vers 1). Welche Folgen hätte das wohl für sie? Je mehr sie daran denkt und die Zeit vergeht, desto mehr ändert sich ihre Lebenseinstellung. Wie sie so an das Ende denkt, wird sie langsam Pessimist(Strophe 5, Vers 2). Sie erwartet das Schlimmste und kann keinen guten Seiten mehr an dem Ende sehen. Ein paar kleine Silben haben sie zutiefst gekränkt. Letzten Endes fragt sie sich, ob dies das letzte Wort gewesen ist(Strophe 5, Vers 4). Die zweite Person, das Gegenüber hat die erste Person zutiefst verletzt und gekränkt, mit einem „kleinen“ Wort welches sie ausgesprochen hat (Strophe 1, Vers 1) und nicht mehr zurücknehmen kann(Strophe 1, Vers 2). Dieses Wort ist aus einem Gefühl und einem Gedanken entstanden und ist stumm im Herz und im Hirn des Gegenübers gereift(Strophe 2, Vers 1). Es wäre besser im Verborgenen geblieben und nicht ausgesprochen worden. Besser wäre es gewesen, wenn es der gekränkten Person und weiteren fremd geblieben wäre und weiterhin ein Gedanke geblieben wäre, der einem nur im Stillen nahe ist(Strophe 2, Vers 2). Beiden reifen nun Gedanken und Gefühle in Herz und Hirn, die sie aber nicht auch noch aussprechen wollen, es bleibt dem anderen fremd und ihnen selbst nur nah im Stillen(Strophe 1, Vers 1 und 2). Das Wort des Gegenübers hat geschlafen, solange die Lippen es wie eine Schneedecke schützend verhüllt hatten(Strophe 2, Vers 3). In dem Moment, in dem das Gegenüber aber die Kontrolle über sich selbst verliert und der Gedanke stärker wird, da entschlüpft ihm unbewacht das Wort und hinterlässt Verwirrung(Strophe 2, Vers 4).  Das Wort war schnell gesagt, doch es war sehr spitz und verletzend. Das Gegenüber schweigt ebenso wie die gekränkte Person(Strophe 3, Vers 2).

Betrachtet man das soeben Aufgeschriebene, so lässt sich die Stimmung von Mascha Kalékos Gedicht leicht aufzeichnen.

So herrscht zu Anfang des Gedichts eine große Bedrücktheit und die verletzte Person ist enttäuscht, verständnislos und verwirrt, da sie einfach nicht verstehen kann, warum ihr Gegenüber so etwas gesagt hat und  was es bewirken soll. Im weiteren Verlauf des Gedichts geht die Stimmung zum Sinnlosen über, da sie ihr Schweigen über die verletzende Situation sinnlos findet. In der vierten Strophe kann man dann herauslesen, dass das Leben der gekränkten Person leer und zeitlos geworden ist. Ganz zum Schluss wird die Stimmung pessimistisch, da die gekränkte Person nichts Gutes mehr im nahenden Ende sehen kann.

Zum Abschluss sollen im Weiteren die sprachlich stilistischen Mittel, derer sich Kaléko bedient und die den Inhalt untermauern, vorgestellt werden.

In Mascha Kalékos Gedicht sind vier klare Metaphern zu finden, nämlich „Und Worte kann man leider nicht radieren“(Strophe 1, Vers 1), „Und reift so manches stumm in Herz und Hirn“(Strophe 2, Vers 1), „So kurz und Spitz“(Strophe 3, Vers 2) „und Leis fühlte ich das Stechen“ (Strophe 3, Vers 2). Die erste Metapher „Und Worte kann man leider nicht radieren“(Strophe 1, Vers 1)steht wohl dafür, dass man ausgesprochene Worte leider nicht zurücknehmen kann. „Und reift so manches stumm in Herz und Hirn“(Strophe 2, Vers 1) steht wohl dafür, dass erst ein Gefühl und ein Gedanke zusammenkommen müssen, bevor ein böses Wort entsteht. „So kurz und Spitz“(Strophe 3, Vers 2) bedeutet eigentlich, dass es nur ein kurzes Wort ist, welches wohl schnell ausgesprochen war und nun spitz wie z.B. ein Pfeil ins Herz sticht und es verletzt. Das Wort war also verletzend. Die letzte Metapher „und Leis fühlte ich das Stechen“ (Strophe 3, Vers 2) bedeutet wohl, dass die getroffene Person vor Schreck schweigt und den Schmerz einfach hinnimmt. Außerdem ist es wohl zuerst nur ein kleiner Schmerz der langsam wächst. Dann gibt es noch vier weitere Metaphern, die aber ebenso Personifikationen sein könnten. Nämlich „Nun geht das kleine Wort mit mir spazieren“(Strophe 1, Vers 3), „Und nagt…“(Strophe 1, Vers 4), „Das schläft solang die Lippen es verhüllen“(Strophe 2, Vers 3) und „Leer wird die Zeit mir durch die Finger rinnen“(Strophe 4, Vers 3). „Nun geht das kleine Wort mit mir spazieren“(Strophe 1, Vers 3) könnte ebenso eine Personifikation sein, da Worte nicht spazieren gehen können. So oder so ist damit wohl gemeint, dass die verletzte Person spazieren geht, aber ihr das Wort nicht mehr aus dem Kopf gehen will, es begleitet sie nur der eine Gedanke. „Und nagt…“(Strophe 1, Vers 4) kann ebenso eine Personifikation sein, da Worte keine Zähne haben, mit denen sie nagen könnten. Es lässt sich in sofern deuten, dass verletzende Wort langsam aber sicher in sie eindringt und ihre Seele verletzt. „Das schläft solang die Lippen es verhüllen“(Strophe 2, Vers 3)bedeutet wohl, dass ein Wort solange nur ein Gedanke bleibt, bis es ausgesprochen wird. Solange schläft es und da Worte nicht schlafen können, kann auch dies eine Personifikation sein.  Mit „Leer wird die Zeit mir durch die Finger rinnen“(Strophe 4, Vers 3) hat es wohl auf sich, dass es keine Verwendung mehr für die freie Zeit gibt, da man sie mit keinem mehr verbringen kann. Wenn die Zeit nicht genutzt wird, dann vergeht sie sinnlos, sie rinnt einem durch die Finger. Auch dies könnte ebenso eine Personifikation sein, da man die Zeit nicht anfassen kann. Des Weiteren treten in  Mascha Kalékos Gedicht vier Ellipsen auf. Diese lauten „Und nagt..“ (Strophe 1, Vers 4), „Ein dummes Wort…“(Strophe 3, Vers 1), „….Ich muss schon manchmal an das Ende denken“(Strophe 5, Vers 1) und „-Ob dies das letzte Wort gewesen ist?“(Strophe 5, Vers 4). Die ersten drei Ellipsen „Und nagt..“ (Strophe 1, Vers 4), „Ein dummes Wort…“(Strophe 3, Vers 1) und „….Ich muss schon manchmal an das Ende denken“(Strophe 5, Vers 1) sind durch die Gedankenpunkte zu erkennen. Durch einen Gedankenstrich lässt sich die letzte Ellipse „-Ob dies das letzte Wort gewesen ist?“(Strophe 5, Vers 4) erkennen. Sie alle haben nur einen Sinn, sie sollen den Leser zum Nachdenken bringen, welches Wort wohl gefallen ist und ob dies wohl für die „Beziehung“ das endgültige Aus bedeutet. Im gesamten Gedicht lässt sich nur eine Anapher finden und zwar „Ein Nichts. Ein dummes Wort“(Strophe 3, Vers 1). Diese Anapher drückt aus, was das Wort für die verletzte Person eigentlich war, ein Nichts und ein dummes Wort, aber dennoch führt dieses Nichts zur „vorläufigen“ Trennung. Ansonsten kommen noch zehn Alliterationen vor. Diese lauten „mit mir“(Strophe 1, Vers 3), „ Herz und Hirn“ (Strophe 2, Vers 1), „nur nah“ (Strophe 2, Vers 2), „schläft, solang“ (Strophe 2, Vers 3),  „unbewacht, um“ (Strophe 2, Vers 4),  „Was war“ (Strophe 3, Vers 1), „selten sprechen“ (Strophe 3, Vers 3), „durch die“ (Strophe 4, Vers 3), „können kränken“ (Strophe 5, Vers 3) und „ dies das“ (Strophe 5, Vers 4). „Mit mir“(Strophe 1, Vers 3) soll wohl bedeuten, dass das Wort in diesem Moment ausschließlich der verletzten Person Gedanken bereitet und ihr nicht aus dem Kopf geht, was sie auch tut. „ Herz und Hirn“ (Strophe 2, Vers 1) soll wohl hervorheben, dass es der verletzten Person im Herzen schmerzt und ihr der Gedanke daran nicht aus dem Kopf geht, weil er sich „festgefressen“ hat.  „Nur nah“ (Strophe 2, Vers 2) soll wohl bedeuten, dass ihr das Wort zu nahe kam, aber es ihr Gegenüber nicht zu interessieren scheint, deshalb das „nur“. „Schläft, solang“ (Strophe 2, Vers 3) rührt wohl daher, dass das Wort wohl schon lange ein Gedanke war und nun endlich ausgesprochen wurde.   „Unbewacht, um“ (Strophe 2, Vers 4) bedeutet wohl, dass sich die verletzte Person ständig fragt, wozu das Wort ausgesprochen wurde und weiß, dass es eigentlich nicht ausgesprochen werden sollte.   „Was war“ (Strophe 3, Vers 1) kommt daher, dass sie sich am Ende fragt, was denn überhaupt geschehen ist und ob es wirklich so verheerend ist.  „Selten sprechen“ (Strophe 3, Vers 3) zeigt, dass die „Beziehung“ wohl schon viel früher hätte in die Brüche gehen müssen, da sie  kaum noch etwas miteinander sprachen.  „Durch die“ (Strophe 4, Vers 3) bedeutet, dass es ausschließlich ihre Finger sind, durch die die Zeit leer rinnt.  „Können kränken“ (Strophe 5, Vers 3) wird hervorgehoben um damit zu sagen, dass ein Wort nicht sofort kränken muss, wenn es aber zu einem unpassenden Zeitpunkt fällt schwer verletzen kann. „ Dies das“ (Strophe 5, Vers 4) lässt schließen, dass sich die verletzte Person fragt, ob es nun wirklich keinen weiteren Wortwechsel geben wird und genau dieses verletzende Wort das letzte war, was zwischen ihr und ihrem Gegenüber gesprochen wurde. Zum Schluss fällt noch auf, dass Mascha Kaléko eigentlich die Rechtschreibung einhält. Dennoch hat sie das Wort „im stillen“ klein geschrieben. Nun könnte man meinen das sei ein Tippfehler aber es rührt wohl daher, dass sie damit meint, dass einem ein Gedanke über ein böses Wort nur nahe ist, wenn man ihn nicht mehre stillen, also verdrängen kann und das Wort langsam entschlüpft.

Mir persönlich hat Mascha Kalékos Gedicht „Kleine Auseinandersetzung“ sehr gut gefallen, da sie ausführlich und treffend beschreibt, was „ein“ kleines Wort bereits anrichten kann und dass es manchmal mehr sagt als jede Tat. Ich selbst habe in Wut auch schon oft kränkende und verletzende Worte gesagt, die oftmals fast ein liebevolles Verhältnis zerstört hätten, doch erst durch Einsicht, Verzeihen und eine Entschuldigung kann so etwas behoben werden. Ebenfalls bin auch ich sehr leicht verletzlich und weiß genau, dass Worte manchmal mehr schmerzen können als Tate, denn auch ich wurde schon oft verletzt, aber ich habe immer wieder versucht zu verzeihen. Somit kann ich mich gut in Mascha Kalékos Gedicht ein versetzen, denn so ein Wort kann lange nagen und man fragt sich, was man denn eigentlich falsch gemacht hat.


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Kommentare
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richtig gut :0
Anonym - vor 4 Wochen
Danke :-)
Play_Lion - vor 3 Wochen

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