Gedichtinterpretation: Reiner Kunze "Die Liebe"
Please enable / Bitte aktiviere JavaScript!
Veuillez activer / Por favor activa el Javascript![ ? ]
ᐅ Gedichtinterpretation: Reiner Kunze "Die Liebe"

Gedichtinterpretation: Reiner Kunze "Die Liebe"

Es gab keine Note (war eine Hausaufgabe). Ich habe aber immer etwas zwischen 1 und 1,5 für meine Gedichtinterpetationen bekommen (Realschue).

 

Gedichtinterpretation Reiner Kunze: "Die Liebe"

Der deutsche Autor Reiner Kunze (geb. 16.8.1933 in Oelsnitz/Erzgebirge) schrieb in der Zeit der Trennung Deutschlands durch die Berliner Mauer in Ost und West bis heute nicht nur viele Gedichte, sondern auch Kinderbücher und ebenso Literaturstoff für Erwachsene. 1984 verfasste er das wie auch schon der Name zu erkennen gibt Liebesgedicht „Die Liebe“. In diesem hier vorliegenden Gedicht geht es darum, die Liebe in Worten zu umschreiben. Die Liebe wird mit einer Rose verglichen, durch diesen Vergleich wird sie bildlich dargestellt. Man kann sie förmlich fühlen und sehen, die ganzen Gefühle in diesem Gedicht werden durch die lebendige Schreibweise des Autors deutlich spürbar.

Dass die Liebe mit einer Rose zu vergleichen ist, wird durch die sprachlich stilistischen Mittel, welche der Autor verwendet noch einmal stark verdeutlicht, doch darauf werde ich später noch im Genaueren eingehen.

In Reiner Kunzes Gedicht sind weder Paarreime, noch Kreuzreime geschweige denn umarmende Reime zu finden. Dass keine Paarreime zu finden sind, mag daran liegen, dass Rosen in den meisten Fällen alleine an einer fruchtbaren Stelle wachsen. In der Natur ist es eine Seltenheit, ein Feld voller Rosen zu finden, welches nicht von Menschenhand angelegt wurde. Nur in Rosenbüschen oder als Rosenranke treten Rosen vermehrt auf. Kreuzreime treten in diesem Gedicht wohl auch nicht auf, da das Kreuz jeher ein Symbol für den Tod ist, die Liebe aber steht für das Leben. Also würden Kreuzreime genau die gegenteilige Wirkung des Gedichtes aufweisen. Ebenso wären auch umarmende Reime für das Gedicht nicht besonders passend. Denn die Rose ist eine so vollkommene Pflanze. Ihr Stiel wächst fast immer gerade, nur in einem Rosenbusch, als Rosenranke oder in wenigen seltenen Fällen sind Rosen mit einem ungeraden Stil zu finden. Die Rose ist im Wesentlichen keine Schlingpflanze, sie umschließt mit ihren Blättern oder ihrem Stiel selten eine andere Pflanze oder irgendeinen Stock um daran hochzuklettern. Bei einer Umarmung aber schlingen sich im Gegensatz zu der Rose die Arme eines Menschen um den Körper eines anderen. Stattdessen weist das Gedicht kein Reimschema auf. Es besteht aus insgesamt drei Versen mit einer unterschiedlichen  Strophenzahl die im Gesamten neunundzwanzig beträgt. Der erste Vers besteht aus achtzehn Strophen. Jedoch enthält der zweite Vers nur sechs Strophen. Vers drei hingegen nochmals eine weniger und damit fünf. Die Länge der Strophen des Gedichts ist unterschiedlich und unregelmäßig aufgebaut. Doch genau das ist für ein Gedicht über die Liebe auch passend. Denn es gibt Tage, da liebt man sich mehr und Tage, da liebt man sich weniger, auch die Liebe ist nicht immer regelmäßig und ausgeglichen.

In diesem Gedicht kommen nicht direkt Personen vor, dennoch aber im Plural und im Singular stehende Personalpronomen wie „uns“ (z. B. Strophe 1, Vers 2), „sie“(z.B. Strophe 1, Vers 3), „ihre“(z. B. Strophe 1, Vers3),„ihn“(Strophe 1, Vers 11), „wir“(Strophe 1, Vers 16) und „ihm“(Strophe 2, Vers 4) sie sind aber größtenteils auf die Liebe bezogen. Wen das Gedicht im Genauen betrifft soll, ist dem Text nicht zu entnehmen. Einzig und allein die im Plural stehenden Personalpronomen „uns“(z.B. Strophe 1, Vers 2) und „wir“(Strophe 1, Vers 16) weisen darauf hin, dass mit diesem Gedicht jeder Einzelne angesprochen werden soll, der schon einmal das Gefühl von Liebe verspürt hat oder es noch verspüren möchte. Außerdem wird mit dieser allgemeinen Personenbezeichnung auch ausgedrückt, dass diese Situation jeden treffen kann, denn von der Liebe bleibt keiner verschont.  Das Geschehen des Gedichts spielt sich in uns(Strophe 1, Vers 2), genauer gesagt in unserem Körper ab. Das lässt sich daraus erschließen, dass es in Strophe 1, Vers 2 heißt: „ist eine wilde rose in uns“. Außerdem spielt sich das Geschehen teilweise auch in unseren Augen(Strophe 1, Vers 4), in den Wangen(Strophe 1, Vers 7) und in der Haut des Armes(Strophe 1, Vers 10) ab. In dem Gedicht gibt es in uns eine Rose(z. B. Strophe 1, Vers 2), was die Schönheit der Liebe ausdrückt und die Zeit, die sie zum  Wachsen braucht. Außerdem Wurzeln(z. B. Strophe 1, Vers 3) und unser Verstand, der in diesem Gedicht sinnbildlich ein Messer ist(Strophe 2, Vers 6). Die Wuzeln drücken wohl aus, wie fest die Liebe in uns verankert ist, hat sie einem erst einmal gepackt, so ist sie nicht so leicht zu vergessen. Ein Messer hingegen bringt die schmerzvolle Seite der Liebe zum Ausdruck. Wenn man sich in jemanden verliebt hat, doch diese Liebe wird nicht erwidert. Vielleicht hat die besagte Person sogar schon jemanden gefunden, der den Platz in ihrem Herz eingenommen hat und dann bereitet Liebe Schmerzen. Zu letzt kommen in dem Gedicht noch Zweige vor, die von dem Messer(unserem Verstand) zerschnitten werden(Strophe 3, Vers 1-3) und am Ende spielt es sich sogar im Himmel ab(Strophe 3, Vers 5). Zweige die mit dem Messer zerschnitten werden, sollen wohl darauf hinweisen, dass oftmals eine Mauer zwischen zwei Liebenden steht und diese erst zerstört werden muss. Der Himmel am Ende des Gedichts deutet jedoch auf das Sprichwort wir schweben auf Wolke sieben hin. Eine gerade entstandene Liebe lässt einem förmlich schweben, so leicht frei und glücklich fühlt man sich, man steigt in den Himmel auf. Letztendlich spielt das Gedicht zu keiner genauen Zeit, es wird nur erwähnt, dass es wohl „eines abends“(Strohe 1, Vers 14) oder „eines morgens“(Strophe 1, Vers 15) spielt.

Bei der Wahl des Gedichtstitels liegt bereits nahe, dass sich dieses ausschließlich um die Liebe dreht.

So wurde von Reiner Kunze die Gedichtsüberschrift „Die Liebe“  gewählt. Dieser Titel passt meiner Meinung nach sehr gut zum Inhalt des Gedichtes, da das Gedicht die Rose als Metapher für die Liebe verwendet. Grammatikalisch besteht der Titel aus einem bestimmten Artikel(„Die“) und einem Nomen(„Liebe“).

In der ersten Strophe, die die klassische Einleitung repräsentiert, beginnt die Liebe Wurzeln zu schlagen, wie eine wilde Rose in uns. Zuerst schlägt sie ihre Wurzeln in den Augen. Was wohl so viel bedeuten soll, wie Liebe auf den ersten Blick. Zwei Menschen haben sich das erste Mal getroffen und jetzt können sie den Blick nicht mehr voneinander lassen. Jedesmal wenn sie sich ansehen, spiegelt sich die Liebe in ihren Augen, denn sie hat dort Wurzeln geschlagen. Ebenfalls schlägt die Liebe ihre Wurzeln in den Wangen(Strophe 1, Vers 6,7), wenn sie den Hauch des Geliebten spüren(Strophe 1, Vers 8). Des Weiteren soll dies wohl das Gefühl des ersten Kusses ausdrücken. Wenn sich das erste mal die Lippen des anderen so nah an dem eigenen Körper befinden, das man seinen Atem auf der Haut spüren kann. Auch in der Haut des Armes beginnt die Liebe Wurzeln zu schlagen(Strophe 1, Vers 9,10), wenn ihn die Hand des Geliebten berührt(Strophe 1, Vers 11). Die erste Berührung, sanft wie der Wind, dieses Gefühl muss damit wohl gemeint sein. Nach dieser ersten Berührung will man nicht mehr voneinander lassen, man möchte ewig dieses Gefühl spüren, es ist wie der Himmel auf Erden, die Liebe hat Wurzeln geschlagen und hält zusammen was bleiben soll. Am Ende der ersten Strophe schlägt die Liebe ihre Wurzeln, wächst,  wuchert und eines abends oder morgens fühlen wir, wie sie Raum in uns verlangt. Genauso muss es mit der wahren Liebe oder der Liebe auf den ersten Blick sein. Zuerst denkt man sich gar nichts dabei und plötzlich begegnet man einem Menschen und kann den Blick nicht mehr von ihm lassen. Die ganzen Gedanken kreisen nur um diese Person, man kann keinen kühlen Kopf mehr bewahren, keinen klaren Gedanken fassen, man hat einfach Schmetterlinge im Bauch. Die Liebe kann so unerwartet kommen, und schlägt zuerst ihre Wurzeln, wächst und wuchert.  Doch dann, eines abends oder morgens, wenn man erst gar nicht mehr daran denkt, dann fühlt man, wie sie Raum in einem verlangt und sie lässt einem nicht mehr los, bevor man ihr nicht nachgeht. Kurz und knapp wird in der ersten Strophe die schöne Seite der Liebe beschrieben.

Mit der zweiten Strophe beginnt gleichzeitig der Hauptteil. In ihm wird die wilde, unbekannte und schmerzvolle Seite der Liebe beschrieben. Die Tiefe der Liebe ist nicht zu ergründen, man kann die Liebe zu erforschen versuchen, doch es wird einem nicht gelingen. Der Verstand ist nicht so stark wie die Liebe, er kann sie nicht völlig erforschen, ein Teil von ihr wird immer ein Geheimnis bleiben. Nie wird es klar sein, warum sich zwei Menschen lieben und wer zusammen gehört. Die Liebe ist nicht zu steuern. Es ist nicht zu verstehen, was Liebe einem alles ertragen lässt. Die Liebe ist dem Verstand nicht Untertan(Strophe 2, Vers 4), viel zu oft kommt es vor, dass sich zwei Menschen lieben, denen man es eigentlich gar nicht zutraut. Dennoch ist es dazu gekommen, es ist nicht zu vermeiden, denn der Liebe kann man keine Befehle geben, sie tut was sie will. Doch der Verstand ist ein Messer in uns(Strophe 2, Vers 5,6), damit ist wohl die Eifersucht gemeint. Manchmal kann man es einfach nicht fassen, dass sich zwei Menschen lieben und man selbst steht allein. Oder man ist in jemanden verliebt, doch diese Liebe wird nicht erwidert und stattdessen liebt diese Person jemand anderen. Der Verstand sagt einem, es ist richtig so, aber die Eifersucht drängt sich dazwischen und dann schneidet der Gedanke daran, es mit ansehen zu müssen wie ein Messer. Mit einem Mal sagt der Verstand es ist falsch so, wie es gekommen ist.

„Der Verstand ist ein Messer in uns“(Strophe 3, Vers 1,2) bedeutet wie ich bereits erwähnte sicherlich Eifersucht und ist deshalb wohl nicht als Gutes zu verstehen. Doch in der dritten Strophe kommt dazu noch hinzu, dass er der Rose, also der Liebe durch hundert Zweige einen Himmel schneidet(Strophe 3,Vers 3-5). Deshalb bedeutet dieser Satz nun etwas völlig anderes. Der Verstand ist scharf wie ein Messer, mit dem man Rosen schneiden kann. Es ist nicht negativ zu deuten, denn Rosen können ohne Licht nicht überleben, ebenso auch nicht, wenn sie in zu großen Mengen auftreten und der Verstand schneidet ihnen einen Weg zum Licht und durchtrennt die Zweige, sodass die schönsten Rosen gedeihen können. Doch was hat dies mit der Liebe zu tun? Nichts Geringeres als die Tatsache, dass auch die Liebe freien Raum braucht, um zu gedeihen. Gibt es zu viel Liebe, erdrückt sie einen, dann wird sie sterben. Der Verstand ist scharf wie in Messer, wenn die Liebe erdrückend wird, greift er sofort ein. In einer Liebe muss immer ein wenig Freiraum sein. Darum ist die Bedeutung der Verse „zu schneiden der rose“, „ durch hundert zweige“ und „einen himmel“ damit zu deuten, dass die Liebe erdrückend wurde, es gab Liebe im Überfluss, sie ist zu sehr gediehen und nun muss wieder etwas Freiraum geschaffen werden, bevor sie erstirbt. Eine andere aber ebenso treffende Bedeutung der dritten Strophe ist wohl diese. Der Verstand ist so scharf wie ein Messer und er schafft Raum für die Liebe. Oft steht zwischen zwei Liebenden etwas im Weg, eine Mauer trennt sie und diese Mauer muss zuerst durchbrochen werden. In diesem Fall, da die Liebe sinnbildlich eine Rose ist, muss der Verstand sich einen Weg durch die Zweige der Rosen schneiden. Denn wie im Märchen Dornröschen verbergen die Zweige den Weg. Und wenn der Weg dann frei ist und die Liebe geweckt, dann gilt das Sprichwort: „Ich schwebe auf Wolke Sieben“, deshalb heißt es in Strophe Drei, Vers Drei bis Fünf „zu schneiden der rose, durch hundert zweige, einen himmel. Jedoch gibt es noch eine dritte und letzte Bedeutung der drittn Strophe. Und zwar wäre sie auch so zu vertehen. Der Verstand als scharfes Messer stellt die Eifersucht da, die 100 Zweige hingegen die Liebhaber die einer wahren Liebe im Wege stehen. Und mit scharfem Verstand erkämpft man sich den Weg zur wahren Liebe und hat man dann den Sieg errungen, so schwebt man gemeinsam mit seiner Liebe auf Wolke Sieben.

Nun wende ich mich im Kurzen den Personen des Gedichts zu. Doch wie bereits erwähnt gibt es dazu nicht viel zu interpretieren.

 Reiner Kunzes Gedicht weist keine Personen auf, die eine wichtige Rolle spielen könnten. Es werden wie bereits erwähnt  nur die im Plural stehenden Personalpronomen „uns“(z.B. Strophe 1, Vers 2) und „wir“(Strophe 1, Vers 16) verwendet, welche aber keine Rolle für die Personenanalyse spielen. Sie deuten lediglich darauf hin, dass mit diesem Gedicht jeder Einzelne angesprochen werden soll, der schon einmal das Gefühl von Liebe verspürt hat oder es noch verspüren möchte. Deshalb gibt es zu den Personen nichts Genaueres zu erläutern und ich werde zur Stimmung übergehen.

Betrachtet man die Strophen genauer, so lässt sich die Stimmung von Reiner Kunzes  Gedicht leicht erschließen.

So herrscht in dem Gedicht überwiegend ein und dieselbe Stimmung, die Liebe. Denn nicht umsonst trägt das Gedicht auch diesen Titel. Beispielsweise herrscht das Gefühl der Liebe schon in der ersten Strophe, wenn sie anfängt Wurzeln in den Augen, den Wangen und der Haut des Armes zu schlagen. Ebenso ruft das Gedicht aber auch weitere Gefühle hervor, die es zum Teil indirekt ausdrückt. Zum Einen macht die Liebe glücklich, denn man hat endlich den Partner gefunden, der zu einem gehört. Zum Anderen verbirgt das Gedicht aber auch das Gefühl der Eifersucht und der Ungewissheit. Das Gefühl der Ungewissheit kommt in der zweiten Strophe stark zur Geltung, denn die Liebe ist unerforschbar vom Verstand, und es bleibt oft eine Ungewissheit warum man sich liebt und ob diese Liebe stetig währt. Eifersucht hingegen wird dadurch ausgedrückt, dass der Verstand ein Messer in uns ist, indirekt bedeutet dies wohl, dass der Verstand uns oft einen Strich durch die Rechnung ,macht, wenn er einfach nicht versteht, warum gerade diese zwei Menschen zusammen gehören. Des Weiteren birgt das Gedicht die Gefühle, sich unbeschwert, schwerelos, frei und einfach beschwingt zu fühlen, denn wie das Ende des Gedichts verrät, wer verliebt ist, schwebt auf Wolke Sieben. Wenn die Liebe ihre Wurzeln schlägt, dann kribbelt es bei jeder Berührung, deshalb ist ein weiteres Gefühl, welches hier zum Ausdruck kommt kribbelig.  Zuletzt gibt es nur noch ein Gefühl, das zu erwähnen wäre, die Begierde. Nicht zuletzt dadurch, dass es heißt: „ sie verlangt raum in uns“, ist zu erkennen, dass sich di Liebe ausbreitet, denn hat sie einmal angefangen, ist man begierig. Man verlangt immer mehr, man will nicht mehr von ihr ablassen.

Zum Abschluss sollen im Weiteren die sprachlich stilistischen Mittel, derer sich Reiner Kunze bedient vorgestellt werden.

Auf den ersten Blick erscheint es so, als hätte Reiner Kunze die Rechtschreibung völlig außer Acht gelassen, doch im Gegenteil. Dass Reiner Kunze fast das gesamte Gedicht in Kleinbuchstaben geschrieben hat, ist ein sprachlich stilistisches Mittel, welches die Wichtigkeit seiner Worte bestens unterstreicht. Dadurch dass er jeweils einzelne Worte großschreibt, stechen diese dem Leser ins Auge und weisen z. B. in Strophe 1 darauf hin, dass die Liebe im Vordergrund steht. In Strophe 2 hingegen betont er, dass es immer ein „Aber“ in der Liebe gibt. Im gesamten Gedicht treten nur zwei Metaphern auf. Eine dieser Metaphern ist die Rose in Verwendung für die Liebe. Diese Metapher setzt sich das gesamte Gedicht über fort. Die Rose als Metapher für die Liebe ist besonders treffend, da sie seit jeher auch ein Symbol der Liebe ist. Genau dies muss sich wohl auch der Autor Reiner Kunze gedacht haben, als er das Gedicht schrieb. Eine weitere und somit die zweite und letzte vorkommende Metapher ist das Messer an Stelle des Verstandes. Symbolisch steht dies wohl dafür, wie scharf der Verstand eines Menschen sein kann. Nicht zuletzt deshalb ist auch diese Metapher treffend gewählt. Die durchgängige Benutzung von  Enjambements zeigt, dass die Liebe ein ewiger Kreislauf ist, der sich immer fortsetzt. Außerdem wird dadurch auch ausgedrückt, wie schnell sich die Liebe ausbreitet. Bevor man sich versieht ist es schon geschehen und man hat sich verliebt. Eine einzige Anapher tritt im Verlauf der ersten Strophe viermal auf. Diese Anapher lautet: „Sie schlägt“. Mittels dieser Anapher wird der feste Bestand der Liebe verdeutlicht, wie sie sich ausbreitet und überall Wurzeln schlägt. Das Gedicht weist nur wenige Alliterationen auf. Genau genommen sogar nur eine wirkliche und eine die man noch darunter verstehen könnte. Die erste Alliteration heißt „wächst wuchert“ und soll verdeutlichen, dass die Liebe zu Anfang nur ein Keimling ist, der noch wachsen muss. Aber auch wie schnell das Wachsen der Liebe gehen kann kommt dadurch verstärkt zum Ausdruck. Wie bereits erwähnt könnte man aber auch das sich ständig wiederholende „Sie schlägt“ als Alliteration bezeichnen. Dies würde ebenso wieder den festen Bestand der Liebe verdeutlichen, wie sie sich ausbreitet und überall Wurzeln schlägt. Eine Personifikation, einen Vergleich oder eine Ellipse scheint das Gedicht nicht aufzuweisen.  

Mir persönlich hat Reiner Kunzes Gedicht sehr gefallen, da ich mich selbst auch als eine kleine Poetin bezeichne. Ich schreibe ebenfalls Gedichte und da das wohl am meisten bekannte Gefühl die Liebe ist, schreibe auch ich nicht selten darüber. Normalerweise bevorzuge ich Gedichte mit einem Reimschema, dennoch hat mich Reiner Kunzes Gedicht angesprochen. Denn es drückt wahrlich kunstvoll aus, wie die Liebe beginnt und wie sie enden kann. Es hat mir sehr gut gefallen, dass er dafür die Rose als Metapher verwendet, denn schließlich ist sie das Symbol der Liebe. Jeder einzelne Schritt in der Liebe wird von Kunze erst so wunderbar und genau beschrieben und dann geht er dazu über, dass es in der Liebe ein „Aber“ gibt und dass sie vom Verstand nicht zu erforschen ist. Wie er am Ende dann noch auf das Sprichwort „wir schweben auf Wolke Sieben“ hinweist weckt geradezu die Sehnsucht nach Liebe. Einfach ein wundervolles Gedicht.


Vorschläge

Gedichtinterpretation Dagmar Hilarova : Liebe

Diese Interpretation hat mir die Note 1 gabracht...


Berufe im Rundfunk

Berufe im Rundfunk: Die Schreiber, Redakteure,...


Taj Mahal

Taj Mahal   Das Taj Mahal ist ein 58...


Artikel bewerten

Kommentare
Kommentieren

Vorschläge

Gedichtinterpretation Dagmar Hilarova : Liebe

Diese Interpretation hat mir die Note 1 gabracht...


Berufe im Rundfunk

Berufe im Rundfunk: Die Schreiber, Redakteure,...


Taj Mahal

Taj Mahal   Das Taj Mahal ist ein 58...


Jetzt registrieren und mit eigenen Artikeln seriös Geld verdienen!