Gedichtvergleich ᐅ "Der Blick" Joseph von Eichendorff & "Begegnung" von Steffen Jacob
Please enable / Bitte aktiviere JavaScript!
Veuillez activer / Por favor activa el Javascript![ ? ]
ᐅ Gedichtvergleich ᐅ "Der Blick" Joseph von Eichendorff & "Begegnung" von Steffen Jacob

Gedichtvergleich ᐅ "Der Blick" Joseph von Eichendorff & "Begegnung" von Steffen Jacob

Im letzten Schuljahr (11. Klasse, Gymnasium) habe ich eine Klausur über den Gedichtvergleich geschrieben. Da diese Klausur sehr gut bewertet wurde (13 Punkte) möchte ich meine schriftliche Erarbeitung hier darlegen.

Die Klausur beschäftigte sich mit den Gedichten "Der Blick" von Joseph von Eichendorff und "Begegnung" von Steffen Jacob. Die Aufgabenstellung richtete sich nach der Analyse des Gedichtes von Joseph von Eichendorff und dem anschließenden Vergleich zu "Begegnung" besonders im Hinblick auf die Auffasung von Liebe.  Nun zu meiner Erarbeitung:

Das Gedicht "Der Blick" aus dem Jahre 1811 wurde von Joseph von Eichendorff verfasst. Das Gedicht beschäftigt sich mit dem innigen Liebeserlebnisses des lyrischen Ichs, was durch einen Blick verdeutlicht wird. Das Motiv der Liebe ist typisch für die Literaturepoche der Romantik, in der "Der Blick" verfasst wurde. Das moderne Gedicht "Begegnung" aus dem Jahre 1996 wurde von Steffen Jacob verfasst und beschreibt ein flüchtiges Liebeserlebnis des lyrischen Ichs, was nur von kurzer Zeitdauer war.

Beide Gedichte thematisieren das Motiv der Liebe. Hinsichtlich diesem Aspektes werde ich zunächst "Der Blick" analysieren und daraufhin für einen Vergleich des obengenannten Aspektes "Begegnung" heranziehen.

Das Gedicht "Der Blick" von Joseph von Eichendorff hat 4 Strophen mit jeweils 4 Versen. Das Metrum ist ein Trochäus und es liegen im Wechsel weibliche und männliche Kadenzen vor. Das Reimschema, ist bis auf zwei Ausnahmen im ersten und dritten Vers in der ersten und letzten Strophe , ein Kreuzreim.

Zunächst wird der aufeinander treffende Blick des lyrischen Ichs mit der liebenden Person beschrieben. Dadurch, dass eine Inversion verwendet wird, stehen die Pronomen "du" (V.1) und "mich" (V.1) im Vordergrund. Direkt in dem ersten Vers wird die Verbundenheit der beiden Personen zum Ausdruck gebracht. Diese Verbundenheit korrespondiert mit der Vorstellung der Romantiker, dass Liebe die höchste Form der Harmonie darstellt. Daraufhin wird mit einer Synästhesie erläutert, dass es für das lyrische Ich nichts Schöneres gibt, als der Blick. Die Verbindung der Wörter "Fühl" (V.3) und "Sprache" (V.4) machen deutlich, dass alle sinne des lyrischen Ichs durch einen einzigen Blick angesprochen werden. das lyrische Ich verspürt eine Harmonie, die nicht mit Worten ausgedrückt werden kann. Diese synästhetische Verdeutlichung der Gefühle des lyrischen Ichs lassen sich auf die Epoche der Romantik zurückführen.

Die darauffolgende Strophe beschreibt weiterhin den Blick, der auch das Herz des lyrischen Ichs erfüllt. Durch die Verwendung des Herzes als Symbol der Gefühlswelt eines Individuums, wird auch hier die Verknüpfung zu der gefühlsbetonten Epoche der Romantik deutlich. Die mit Inversionen durchgezogene Strophe unterstreicht die Aussagekraft des Blickes (vgl. V.7), der das Herz erfüllt. Abermals wird deutlich, dass der Blick alleine reicht, um die Gefühle auszudrücken (vgl. V.5 f.).

In der nächsten Strophe wird eine Verbindung zu der Natur hergestellt, welches auch ein typisches Motiv der Romantik darstellt. Das lyrische Ich war lange Zeit nicht vertraut mit dieser, doch nun, als er in das "reinste Augenpaar" (V.12) schaut, ist ihm ein Zugang zu der Natur möglich. Durch die Wiederholung des Nomens "Himmel" (V.2 u. V.9) wird eine Verbindung zur ersten Strophe hergestellt, die dem Gedicht eine Struktur verleiht. Die Hyperbel "reinster Helle" (V. 11) verdeutlicht das Glücksgefühl des lyrischen Ichs im Bezug auf den Blick in das Augenpaar. Die hellen Vokale in dieser Hyperbel verleihen einen liedartigen Charakter, was mit der Harmonie zwischen den Liebenden und der Natur korrespondiert.

Die letzte Strophe beginnt mit einer Metapher, die zeigt, dass das lyrische Ich sich mit allem diesem Blick hingibt. Die erneute Verwendung des Wortes "Herz" (V.13) zeigt die innige Beziehung, die durch den Blick entsteht. Die Wiederholung "Alles, alles" (V. 14) unterstreicht die Hingabe des lyrischen Ichs. Daraufhin wird deutlich, dass das lyrische Ich vorher gelitten hat, bevor die geliebte Person in sein Leben getreten ist. Die Metapher "Abgrund meiner Schmerzen" (V.15) und "strömend aus mit Glück" (V.16) verdeutlicht die höchste Verbundenheit und das Glücksgefühl der liebenden Person. Das lyrische Ich ist von den Schmerzen seiner Vegangenheit befreit (vgl. V.15).

Nun konzentriere ich mich auf den Vergleich beider Gedichte unter dem Aspekt der Liebe.

Das Gedicht "Der Blick" zeogt die Liebe als höchste Form der Harmonie und des Glücksgefühls. Im Gegensatz dazu zeichnet das Gedicht "Begegnung" ein flüchtiges, oberflächliches Liebeserlebnis auf. Beide Gedichte zeigen den Ausdruck der Liebe durch einen Blick (vgl. V.1, Text 1 u. vgl. V.3, Text 2). Der parataktische Aufbau des Gedichts von Steffen Jacob steht jedoch im Kontrast zu dem von Inversionen durchzogenen, liedartigen Charakter des Eichendorffs Gedichts. Daraus wird deutlich, dass die Liebe in "Begegnung" nur als kurzes, oberflächliches Erlebnis zu erfassen ist. Der Tempuswechsel in der zweiten Strophe des Gedichts "Begegnung" betont diese kurze Zeitspanne. Hingegen wird in dem romantischen Gedicht ein einzelnder Blick als Grundlage des ganzen Gedichtes verwendet. Dieses stellt ebenfalls den Kontrast zwischen dem innigen, gefühlvollen Liebeserlebnisses in "Der Blick" und der kurzen, flüchtigen Beziehung in "Begenung" dar. Der tiefe Blick in dem romantischen Gedicht, der mehr sagt als Worte es jemals tun könnten zeigt die Innigkeit und Harmonie, die nur Liebe schaffen kann. Die Reflektion des lyrischen Ichs in dem modernen Gedicht zeigt die Ungewissheit der Vergänglichkeit der Liebe. Die Metapher "auf Schärfste verzahnt" (V.2) stellt die Liebe als technischen Mechanismus dar und nicht als emotionales Erlebnis, wie in "Der Blick". Außerdem wird in "Begegnung" das Liebeserlebnis als unbedeutend und unwichtig beurteilt. In dem romantischen Gedicht ist die Liebe der Schlüssel für das Glück und die Erlösung von den Schmerzen (vgl. V.15). Für das lyrische Ich hat der Blick, der die Liebe wiederspiegelt, eine positive Veränderung hervorgerufen. Die Liebe erhält die höchste Bedeutung im Gegensatz zu dem Gedicht von Steffen Jacob, in dem die Liebe ein kutzfristiges, unbedeutendes Erlebnis darstellt.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass das romantische Gedicht, der Epoche entsprechend, die Liebe als eine bedeutende Konstante im Leben des lyrischen Ichs darstellt. Die Liebe ist die höchste Form der Harmonie und kann nur durch einen Blick verdeutlicht werden. Im Gegensatz dazu steht das moderne Gedicht, was die Liebe als oberflächliches, kurzes Erlebnis schildert und keinen Zugang zu der Gefühlswelt des lyrischen Ichs zulässt. 

 

 

 


Vorschläge

Aus dem Leben eines Taugenichts- Kurzreferat

Im Folgenden stelle ich dir mein Referat zur...


Was ist ein Hoverboard?

Schon rein optisch sind "Hoverboards"...


Good Morning Deutschland/Vietnam

Warum Good Morning Deutschland? Der Name Good...


Artikel bewerten

Aktuelle Bewertung (5 Stern(e) aus 1 Bewertung(en)):
Kommentare
Kommentieren
sehr gut :o
Anonym - vor 1 Monat

Vorschläge

Aus dem Leben eines Taugenichts- Kurzreferat

Im Folgenden stelle ich dir mein Referat zur...


Was ist ein Hoverboard?

Schon rein optisch sind "Hoverboards"...


Good Morning Deutschland/Vietnam

Warum Good Morning Deutschland? Der Name Good...


Jetzt registrieren und mit eigenen Artikeln seriös Geld verdienen!